Zentralbankgeld muss Fundament für Interbanken-Abrechnungen bleiben
Der globale Stablecoin-Markt wächst auf über 300 Milliarden Dollar, bleibt in Dänemark jedoch eine Randerscheinung. Eine Analyse der Danmarks Nationalbank betont, dass private Krypto-Token das risikofreie Zentralbankgeld bei großen Abrechnungen zwischen Finanzinstituten niemals ersetzen dürfen.
Globale Dollar-Dominanz trifft auf dänische Zurückhaltung
Mit einem globalen Marktvolumen von über 300 Milliarden Dollar dominieren US-Dollar-gestützte Stablecoins wie USDT und USDC mehr als 98 Prozent des Marktes.
Echte Zahlungsströme machen mit 390 Milliarden Dollar jährlich jedoch lediglich 0,02 Prozent der weltweiten Transaktionen aus.
In Dänemark bleibt die Nutzung marginal: Bislang existiert kein Stablecoin auf Kronen-Basis, und die Finanzaufsicht hat bis Mitte 2026 lediglich einen einzigen Dollar-Stablecoin-Emittenten zugelassen.
Während die EU mit der MiCA-Verordnung und die USA mit dem GENIUS Act strenge Deckungsvorgaben durch kurzlaufende Staatsanleihen oder Bankeinlagen vorschreiben, erfüllt der Branchenprimus Tether bisher keines der beiden Regelwerke.
Systemrisiken und der Vorrang des Zentralbankgeldes
Massenhafte Rücknahmen von Stablecoins bergen Risiken durch Notverkäufe von Staatsanleihen oder Einlagenabflüsse bei Banken.
Für dänische Akteure drohen Gefahren primär indirekt über Schocks an US-Märkten sowie Lücken bei parallelen Emissionen (Multi-Issuance).
Um die monetäre Souveränität zu sichern, beteiligt sich die Nationalbank an den EZB-Projekten Pontes und Appia.
Tokenisierte Zentralbankreserven sollen garantieren, dass Interbanken-Zahlungen weiterhin risikofrei abgewickelt werden.
Klare Absage an private Interbanken-Experimente
Die Notenbank zieht zu Recht eine klare Grenze: Private Token taugen für Nischen, nicht für das Fundament des Geldsystems.
Ohne realen Nutzen im Alltag überwiegen bei Stablecoins die Gefahren für die Finanzstabilität.
Am staatlichen Zentralbankgeld führt auch im Krypto-Zeitalter kein Weg vorbei.