Mehr Länder erhöhen ihren Dollaranteil als ihn senken
DKNB Studie

Mehr Länder erhöhen ihren Dollaranteil als ihn senken

Thomas Harr von der dänischen Zentralbank erfasst die Währungsreserven von 149 Ländern in 23 Währungen für 1999–2026. Für 1999–2025 zeigt seine Auswertung: Mehr Länder erhöhten ihren Dollaranteil als ihn senkten; beim Euro überwiegen Rückgänge.

Drei Jahrzehnte, gegenläufige Währungsanteile

Harr gewichtet Länder gleich, nicht nach Reservevolumen.

Deshalb widerspricht sein Dollarbefund nicht dem sinkenden globalen Dollaranteil in den Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Der durchschnittliche Dollaranteil sank in den 2000ern, erholte sich nach der Finanzkrise 2007–2009 in den 2010ern und blieb in den 2020ern weitgehend stabil.

Beim Euro verlief die Entwicklung zunächst umgekehrt.

2025 hielten 80 Prozent der erfassten Länder Euro, rund 70 Prozent Pfund und etwa ein Drittel Renminbi.

Als mögliche Treiber nennt Harr Dollarfinanzierungsstress, die Euro-Schuldenkrise und Geopolitik.

Zentralbanken nennen am häufigsten Liquidität, Rendite und Sicherheit, in dieser Reihenfolge.

Goldkäufe ersetzen den Dollar nicht

Die Daten stammen ausschließlich aus öffentlichen Quellen, vor allem Zentralbankberichten.

Harr bereinigt Veränderungen um Länderabdeckung und Wechselkurseffekte; Gold und Sonderziehungsrechte bleiben außerhalb der Währungsanteile.

Anleiherenditen kann er mangels Portfoliodaten nicht herausrechnen.

Für 1999–2025 identifiziert er rund 60 Netto-Goldkäufer und 25 Nettoverkäufer.

Goldkäufer senkten ihren Dollaranteil im Durchschnitt nicht; Russland, die Türkei und China bilden Ausnahmen.

Die Datenbanken sollen laufend aktualisiert werden und sind beim Autor erhältlich.

Länderverhalten ist nicht Weltmarktanteil

Die Gleichgewichtung beschreibt nationale Anlageentscheidungen, nicht die weltweite Nachfrage nach Reservewährungen.

Fehlende Offenlegungen begrenzen die Abdeckung.

Die kleine Stichprobe für 2026 zeigt leicht sinkende Dollar- und steigende Euroanteile, belegt laut Harr aber noch keinen neuen Trend.

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