DNB-Studie: Kapitalquoten führen zu differenziertem Deleveraging
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DNB-Studie: Kapitalquoten führen zu differenziertem Deleveraging

Eine DNB-Studie belegt differenziertes Deleveraging bei Banken: Höhere Kapitalquoten führen zu kleineren Portfolios, besonders bei Hochrisiko-Engagements und Banken mit geringer Verschuldung. Kapitalanforderungen erhöhen die Kreditpreise nur geringfügig.

Kapitalquoten steuern Portfolio-Größen

Die Studie der De Nederlandsche Bank (DNB) enthüllt ein Muster des differenzierten Deleveragings bei großen europäischen Banken im Zeitraum 2014-2025.

Höhere Kapitalquoten sind demnach mit einer Reduzierung der Portfoliogröße verbunden.

Dieser Effekt ist systematisch stärker ausgeprägt bei Portfolios mit höheren durchschnittlichen Risikogewichten sowie bei Banken mit niedrigeren Verschuldungsquoten.

Die Forscher unterscheiden dabei zwischen einem 'zwischen-Portfolio'- und einem 'innerhalb-Portfolio'-Deleveraging.

Letzteres zeigt, dass Reduzierungen der Portfoliogröße bei risikogewichteten Aktiva (RWAs) stärker ausfallen als bei ungewichteten Engagements.

Im Gegensatz dazu haben zeitlich variierende Kapitalanforderungen kaum zusätzliche Erklärungskraft für Portfoliovolumina, sobald die Kapitalquoten kontrolliert werden.

Dies nuanciert die Generalisierbarkeit früherer Befunde, die stärkere Effekte in spezifischen Ländern oder Zeiträumen feststellten.

Kreditpreise und Puffer im Blick

Die Studie beleuchtet zudem den Zusammenhang zwischen Kreditpreisen und Kapitalanforderungen.

Eine positive Korrelation wird festgestellt, wobei der geschätzte Effekt mit etwa 9 Basispunkten für eine Erhöhung der Kapitalanforderung um einen Prozentpunkt als relativ gering bewertet wird.

Dies liegt im mittleren Bereich früherer empirischer Schätzungen.

Interessanterweise absorbieren Banken Erhöhungen der Kapitalanforderungen im Durchschnitt weitgehend durch eine Reduzierung ihres Kapitalpuffers (Headroom) und nicht durch eine Erhöhung ihrer Kapitalquoten.

Dies deutet darauf hin, dass die Auswirkungen von Anforderungen auf die Kreditvergabe primär über den Kanal der Kapitalquoten wirken, sobald Banken ausreichend kapitalisiert sind.

Stabilität ohne Kreditklemme

Die DNB-Studie liefert wichtige Erkenntnisse für die Regulierung: Sind Banken erst einmal ausreichend kapitalisiert, können Kapitalanforderungen angepasst werden, ohne die Kreditvergabe oder -preise wesentlich zu beeinflussen.

Dies bestätigt, dass die Stärkung der Banken seit der Finanzkrise Früchte trägt und Regulierer mehr Spielraum haben.

Für die Finanzstabilität ist dies ein positives Signal, da Anpassungen weniger disruptive Effekte auf die Realwirtschaft haben dürften.