Zahlungsbetrug: DNB fordert Banken zu mehr Fokus auf
Die DNB hat die Betrugsbekämpfung bei Banken und Zahlungsdienstleistern untersucht. Die Institute sind aktiv, benötigen aber einen risikobasierten und zielgerichteteren Ansatz.
Hohe Opferzahlen, aber Management oft reaktiv
Zahlungsbetrug hat erhebliche gesellschaftliche Auswirkungen.
Laut CBS waren 2025 rund 10 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren Opfer von Online-Betrug, 21 Prozent der Opfer von Online-Kriminalität leiden unter emotionalen, mentalen oder finanziellen Problemen.
Die DNB betrachtet das Management externen Zahlungsbetrugs als zentral, da sichere Zahlungssysteme Teil ihres öffentlichen Auftrags sind.
Eine Untersuchung bei sieben Banken, Zahlungs- und E-Geld-Instituten zeigt: Teams sind engagiert, aber das Management ist oft auf Tagesgeschäft und Alert-Verarbeitung fokussiert.
Strategische Entscheidungen wie Priorisierung und Ressourcenzuweisung, basierend auf einer klaren Risikobereitschaft, könnten verbessert werden.
Viele Key Risk Indicators sind nicht immer fundiert.
Ein Institut stach positiv hervor, da sein Managementansatz auf der Betrugsrisikobereitschaft basierte, was zu risikobasierten Maßnahmen führte.
KI-Risiken und Modell-Starrheit
Die Betrugslandschaft verändert sich rasant, auch durch KI und synthetische Identitäten.
Institute benötigen breitere Datenquellen zur schnelleren Erkennung neuer Muster.
Eine effiziente Zusammenarbeit in der Kette, etwa mit Social-Media-Plattformen und Telekommunikationsanbietern, ist entscheidend, da Online-Betrug oft vor der Zahlungsabwicklung stattfindet.
Bei der Betrugserkennung nutzen Institute Geschäftsregeln und maschinelles Lernen in unterschiedlichen Kombinationen und Modellarchitekturen.
Auffällig ist, dass gewählte Ansätze oft beibehalten werden, was die Erforschung neuer Methoden einschränkt.
Periodische Validierung könnte die Erkennungsmethoden stärken.
Kulanzrahmen vor EU-Pflicht
Der Kulanzrahmen für Bank-Helpdesk-Betrug zeigt die Verantwortung der Banken, doch die DNB-Analyse offenbart Schwächen im strategischen Risikomanagement.
Angesichts der sich rasant entwickelnden Betrugslandschaft und der kommenden PSR/PSD3-Pflicht zur Entschädigung ist ein proaktiver, risikobasierter Ansatz unerlässlich.
Nur so können Institute ihre Kunden wirksam schützen und gleichzeitig die regulatorischen Anforderungen erfüllen.