EU-Strategie: Banken als Finanzierer, Regulierung als Lenker
Die EU steht vor einer strategischen Finanzierungsherausforderung von jährlich 1,2 Billionen Euro. Eine DNB-Analyse zeigt, dass Banken dabei eine wichtige Rolle spielen, ihre Finanzierungsentscheidungen jedoch stark von der Risikoprofilierung und der Regulierung beeinflusst werden.
1,2 Billionen Euro für Europas Zukunft
Die Europäische Union steht vor einem jährlichen Finanzierungsbedarf von rund 1,2 Billionen Euro für ihre strategischen Prioritäten wie die grüne Transformation, Digitalisierung und höhere Verteidigungsausgaben.
Angesichts der bankenbasierten Finanzierungsstruktur Europas wird Banken eine bedeutende Rolle bei der Mobilisierung privater Mittel zugeschrieben.
Die DNB-Analyse betont jedoch, dass nicht alle strategischen Investitionen gleichermaßen für die Bankenfinanzierung geeignet sind.
Die Eignung hängt von Faktoren wie Risikoprofil, Laufzeit, Besicherung, Vorhersehbarkeit der Cashflows und der rechtlichen Struktur der Investition ab.
Projekte mit überschaubaren Risiken und vorhersehbaren Cashflows können traditionell finanziert werden.
Langfristige, risikoreichere und kapitalintensive Vorhaben erfordern hingegen spezielle Strukturen wie Projektfinanzierungen oder syndizierte Kredite.
Regulierung: Lenker statt Blocker
Die seit der Finanzkrise verschärfte Aufsichtsregulierung hat die Widerstandsfähigkeit der Banken deutlich gestärkt.
Kapital- und Liquiditätspositionen haben sich verbessert, was die Wahrscheinlichkeit systemischer Krisen reduziert.
Die DNB-Analyse argumentiert, dass diese Anforderungen die Allokation und Preisgestaltung von Bankfinanzierungen steuern, anstatt sie zu blockieren.
Es gab eine Verschiebung hin zu risikoärmeren Krediten, da risikoreichere Engagements höhere Kapitalanforderungen nach sich ziehen.
Neben der Regulierung beeinflussen auch erwartete Verluste, Liquiditätskosten, interne Risikobereitschaft und politische Unsicherheit die Kreditentscheidungen der Banken maßgeblich.
Keine Abstriche bei der Resilienz
Die Studie kommt zu einem klaren Schluss: Eine Lockerung der Aufsichtsregeln würde die Banken widerstandsfähiger machen, aber kaum zusätzliche Kredite generieren.
Stattdessen sind eine bessere Risikoteilung, die Vertiefung der Kapitalmärkte und die Vollendung der Banken- und Kapitalmarktunion entscheidend.
Ziel muss es sein, die Kapitalallokation zu diversifizieren und gleichzeitig ein robustes Bankensystem zu erhalten.
Quelle: Can banks finance the EU's strategic priorities?
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