Bargeldakzeptanz in Niederlanden bleibt stabil
Die Akzeptanz von Bargeld im niederländischen Einzelhandel bleibt stabil, während die Nutzung von 'PIN only'-Schildern leicht zurückgeht. Dies zeigt eine jährliche Umfrage der De Nederlandsche Bank (DNB) unter über 5.000 Händlern und 1.000 Marktständen.
Weniger 'PIN only', mehr Bargeld in Apotheken
Die Umfrage von Locatus im Auftrag der DNB zeigt, dass die meisten Händler ihre Kunden nicht über akzeptierte Zahlungsmethoden informieren.
Nur 21 Prozent der Verkaufsstellen zeigten 2025 entsprechende Schilder, gegenüber 25 Prozent im Vorjahr.
Lediglich 4 Prozent der besuchten Geschäfte wiesen explizit auf eine ausschließliche Kartenzahlung ('PIN only') hin, ein leichter Rückgang gegenüber 5 Prozent im Jahr 2024.
Die Bargeldakzeptanz variiert stark nach Branche: Während sie in Apotheken und Kinos zugenommen hat, ist sie auf Parkplätzen gesunken.
'PIN only'-Beschränkungen finden sich hauptsächlich in größeren Städten (9 Prozent der Geschäfte in Städten über 175.000 Einwohner), während sie in kleineren Orten (unter 5.000 Einwohner) nur bei etwa 1 Prozent der Händler vorkommen.
Die Möglichkeit zur Barzahlung ist besonders wichtig für Menschen mit Schwierigkeiten bei digitalen Zahlungsmethoden und für jene, die bewusst Bargeld nutzen.
Auf Märkten sind 'PIN only'-Beschränkungen mit 15 von 1.000 Ständen selten, und Marktstandbetreiber bevorzugen zunehmend Barzahlungen.
Sicherheit, Kosten und die Rolle als Notfalloption
Eine von Panteia im Frühjahr 2026 durchgeführte Befragung von über 1.100 Händlern zeigt, dass Bargeld primär akzeptiert wird, weil es gesetzliches Zahlungsmittel ist und Kunden es bevorzugen (beide Gründe nannten 59 Prozent).
70 Prozent der Bargeld akzeptierenden Händler sind mit dieser Zahlungsart zufrieden.
Unzufriedenheit (5 Prozent) entsteht hauptsächlich durch die Notwendigkeit der Bargeldeinzahlung, damit verbundene Kosten und Sicherheitsrisiken.
Die 43 Händler, die kein Bargeld akzeptieren, nennen Sicherheit, Kosten und die Präferenz der Kunden für Kartenzahlungen als Hauptgründe.
Bei Kunden, die auf Barzahlung bestehen, akzeptieren einige Händler dennoch Bargeld, während andere dies ablehnen oder Alternativen wie Zahlungsaufforderungen oder Überweisungen anbieten.
Bargeld spielt auch eine wichtige Rolle als Notfalloption bei Störungen elektronischer Zahlungen: 78 Prozent der Händler bitten Kunden in solchen Fällen um Barzahlung, und 47 Prozent halten bewusst Wechselgeld bereit.
Dies steht im Einklang mit dem 'Resilience Advice' des Nationalen Forums für das Zahlungssystem (NFPS).
Stabilität trügt nicht über Risiken hinweg
Die scheinbare Stabilität der Bargeldakzeptanz ist ein wichtiges Signal, darf aber nicht über die anhaltenden Herausforderungen für vulnerable Gruppen hinwegtäuschen.
Die vorgeschlagene gesetzliche Annahmepflicht ist daher ein notwendiger Schritt, um die Inklusion zu sichern und die Notfallfunktion des Bargelds zu stärken.
Ohne proaktive Maßnahmen könnte die Akzeptanz in Zukunft kippen, was weitreichende soziale und systemische Folgen hätte.