Grenzüberschreitende Banken: Lockerung von Intragruppen-Limits erhöht Risikobereitschaft
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Grenzüberschreitende Banken: Lockerung von Intragruppen-Limits erhöht Risikobereitschaft

Eine neue DNB-Studie zeigt, dass die Lockerung von Intragruppen-Expositionsgrenzen die Risikobereitschaft multinationaler Banken verstärken kann. Dies geschieht, indem Mutterbanken Ressourcen von Töchtern abziehen und Risiken in den Heimatmarkt verlagern.

Risikoverlagerung durch interne Kapitalmärkte

Die DNB-Studie von Eric Cuijpers und Razvan Vlahu enthüllt einen kritischen Mechanismus: Die Lockerung regulatorischer Beschränkungen für Intragruppen-Expositionen kann die Risikobereitschaft innerhalb multinationaler Bankengruppen erheblich verstärken.

Dies geschieht, indem Mutterbanken stärker auf die Ressourcen ihrer ausländischen Tochtergesellschaften zugreifen und diese Risiken anschließend in ihre Heimatmärkte verlagern.

Dieser Effekt ist besonders ausgeprägt, wenn ausländische Tochtergesellschaften groß, gut kapitalisiert und weniger strengen Liquiditätsanforderungen unterliegen.

Die Forschung hebt hervor, wie diese internen Kapitalmärkte, obwohl sie Flexibilität bieten, zu Kanälen für die Risikoverlagerung werden können, insbesondere da die nationalen Ermessensspielräume zur Auferlegung strengerer Obergrenzen für konzerninterne Kreditflüsse im Jahr 2028 im Rahmen des europäischen Kapitalrahmens auslaufen werden.

Diese bevorstehende politische Änderung unterstreicht die Dringlichkeit, diese Dynamiken zu verstehen.

Das Dilemma der grenzüberschreitenden Regulierung

Die Regulierung multinationaler Banken steht im Spannungsfeld zwischen nationaler Finanzstabilität und gruppenweiter Effizienz.

Nationale Aufsichtsbehörden beschränken grenzüberschreitende Kapitaltransfers, um heimische Bankensektoren zu schützen.

Kritiker argumentieren jedoch, dass solche Beschränkungen die effiziente Kapitalallokation behindern.

Die EZB hat bereits Schritte unternommen, um konzerninterne Mittelbewegungen zu lockern.

Die DNB-Studie beleuchtet diesen Zielkonflikt und zeigt, wie die Fähigkeit, Kapital intern über Grenzen und unterschiedliche Regulierungsregime hinweg zu verschieben, zwar die finanzielle Flexibilität erhöht, aber auch potenzielle Risiken für die Wirksamkeit der nationalen Aufsicht und die Stabilität des Finanzsystems birgt.

Ein Weckruf für die Aufsicht

Die DNB-Studie ist ein klarer Weckruf für die Finanzaufsicht, insbesondere im Hinblick auf das Auslaufen nationaler Ermessensspielräume im Jahr 2028. Sie stellt die konventionelle Annahme infrage, dass höhere Kapitalpuffer allein ausreichen, um Risiken zu mindern.

Die Erkenntnisse betonen die Notwendigkeit, Intragruppen-Dynamiken und grenzüberschreitende Risikokanäle stärker in die Aufsichtsstrategien zu integrieren.