Private Assets: Wachstum birgt Stabilitätsrisiken
Private Assets wachsen rasant und bergen neue Risiken für die Finanzstabilität. Niederländische Versicherer und Pensionsfonds investieren zunehmend in diese illiquiden Anlagen, warnt die DNB.
Rasanter Zuwachs bei Versicherern
Niederländische Versicherer und Pensionsfonds investieren verstärkt in Private Assets.
Bei Versicherern stieg der Anteil dieser Anlagen im Portfolio zwischen 2021 und 2025 von 14 Prozent auf 22 Prozent, was rund 47 Milliarden Euro entspricht.
Pensionsfonds erhöhten ihre Allokation im gleichen Zeitraum von 21 Prozent auf 23 Prozent, wobei ihr Gesamtvolumen an Private Assets mit 229 Milliarden Euro deutlich höher liegt.
Besonders Private Credit verzeichnete ein starkes Wachstum, insbesondere bei Versicherern, deren Engagement von 12,8 Milliarden Euro auf 17,5 Milliarden Euro anstieg und nun etwa 8,3 Prozent ihres Anlagevermögens ausmacht.
Es gibt jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Institutionen.
Illiquid, intransparent, komplex
Private Assets sind nicht-börsennotierte Anlagen, gekennzeichnet durch geringe Handelbarkeit und fehlende aktuelle Marktpreise.
Ihre Bewertung erfolgt periodisch mittels Schätzungen und Modellen, was Unsicherheiten birgt.
Diese Anlagen sind zudem illiquide, da Positionen oft nur zu bestimmten Zeitpunkten oder mit langen Sperrfristen verkauft werden können.
Die Finanzierungsstruktur ist komplex, mit vielen beteiligten Parteien und Risiken über verschiedene juristische Einheiten und Jurisdiktionen.
Dies erschwert die Durchdringung des tatsächlichen wirtschaftlichen Risikos für den Endinvestor und beeinträchtigt Transparenz sowie Risikomanagement.
Wachsamkeit ist geboten
Obwohl die direkten Systemrisiken durch Private Assets in den Niederlanden noch begrenzt sind, erfordert das rasante Wachstum erhöhte Wachsamkeit.
Die DNB fordert daher eine verbesserte Datenqualität, internationale Koordination sowie Stresstests und ein angepasstes Risikomanagement für diese komplexen Anlagen.
Nur so lassen sich die potenziellen Auswirkungen auf die Finanzstabilität frühzeitig erkennen und steuern.