Digitale Autonomie: Aufsichtsbehörden warnen vor Abhängigkeit
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Digitale Autonomie: Aufsichtsbehörden warnen vor Abhängigkeit

Fünf niederländische Aufsichtsbehörden fordern mehr digitale Autonomie. Sie warnen vor wachsender Abhängigkeit von nicht-europäischen IT-Anbietern und drängen auf mehr Widerstandsfähigkeit.

Konzentration birgt systemische Risiken

Die niederländischen Aufsichtsbehörden ACM, AFM, AP, DNB und RDI warnen vor den Risiken einer wachsenden digitalen Abhängigkeit von wenigen, meist nicht-europäischen IT-Anbietern.

Diese Konzentration schafft systemische Risiken für die Resilienz, Kontinuität und Sicherheit von Geschäftsprozessen.

Mögliche Szenarien reichen von Dienstausfällen durch Cybervorfälle oder geopolitischen Druck bis hin zu Forderungen dritter Länder nach Datenzugriff, etwa durch den US CLOUD Act.

Vendor Lock-in erschwert zudem den Wechsel zwischen Anbietern, schwächt Verhandlungspositionen und kann zu höheren Preisen führen.

Für öffentliche Behörden und Finanzinstitute hat diese Abhängigkeit direkte Auswirkungen auf die Sicherheit und Kontinuität ihrer Dienstleistungen.

Öffentliche Hand als Vorreiter

Um die digitale Autonomie zu stärken, fordern die Behörden koordinierte und kollektive Anstrengungen.

Unternehmen und Institutionen sollen explizit digitale Autonomie als Qualitätskriterium in Ausschreibungen und Vertragsverlängerungen aufnehmen.

Dies beinhaltet überprüfbare Anforderungen wie Datenstandort, offene Standards, Interoperabilität und Exit-Optionen.

Die öffentliche Hand kann eine Schlüsselrolle spielen, indem sie als „Launch Customer“ für europäische digitale Dienste auf Basis offener Standards agiert und die Nachfrage bündelt.

Auch die Stärkung der internen Expertise und die Nutzung des EU Data Act zur Erleichterung der Datenportabilität sind entscheidend.

Mehr als nur ein Appell

Dieses gemeinsame Positionspapier unterstreicht die Dringlichkeit eines lange bekannten Problems, das durch die geopolitische Lage noch verschärft wird.

Die konkreten Empfehlungen, insbesondere zur Rolle der öffentlichen Hand und zur Nutzung bestehender Rechtsrahmen, bieten einen praktikablen Weg zur Reduzierung kritischer Abhängigkeiten.

Ob die Umsetzung gelingt, hängt nun maßgeblich vom politischen Willen und der konsequenten Zusammenarbeit aller Akteure ab.