Energiepreise prägen Geldpolitik im Euroraum
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Energiepreise prägen Geldpolitik im Euroraum

Eine DNB-Studie zeigt: Importierte Energie und Wechselkurse bestimmen die Inflation im Euroraum maßgeblich. Die optimale Geldpolitik kann den Wechselkurskanal nutzen, statt Energieschocks zu ignorieren.

Energie, Wechselkurs und Inflation

Fünf Ökonomen der De Nederlandsche Bank (DNB) haben ein offenes DSGE-Modell für den Euroraum entwickelt und geschätzt, das importierte Energie in Konsum und Produktion berücksichtigt.

Da Energie in Fremdwährung bepreist wird, bestimmen globale Energiepreise und der Wechselkurs gemeinsam die heimische Inflation.

Die Studie findet, dass Energie- und Wechselkursstörungen den Großteil der kurzfristigen Volatilität der Headline-Inflation im Euroraum ausmachen, wobei Energieschocks den größten Teil des Anstiegs nach der Pandemie verursachten.

Da Energie- und Nicht-Energie-Güter schlecht substituierbar sind, erhöht ein negativer Energieschock die Importwerte, verschlechtert die Handelsbilanz und wertet den realen Wechselkurs ab.

Dieser Wechselkurskanal verstärkt die geldpolitische Transmission und verbessert den kurzfristigen Inflations-Output-Trade-off.

Optimale Reaktion auf Energieschocks

Die optimale geldpolitische Reaktion auf Energieschocks hängt entscheidend von der Gewichtung der Output-Lücke in der Verlustfunktion der Zentralbank ab.

Bei moderater Gewichtung liegt der optimale Zinspfad kurzfristig über der geschätzten historischen Taylor-Regel.

Bei geringer Gewichtung, die einem strikten Preisstabilitätsziel entspricht, ist der Pfad aggressiver und gleicht den Anstieg der Headline-Inflation weitgehend aus.

Dieser Effekt wirkt primär über eine starke Aufwertung des Euro, die den Anstieg des in Inlandswährung ausgedrückten Preises importierter Energie dämpft.

Die Studie zeigt, dass der Fall für einen „Durchblick“-Ansatz bei Energieschocks schwächer wird, je flexibler die Preise und je höher die Gewichtung der Output-Lücke ist.

Ein wichtiger Impuls für die EZB

Die Forschung liefert der Europäischen Zentralbank (EZB) eine wichtige Grundlage für die Gestaltung ihrer Geldpolitik in einem energieabhängigen Euroraum.

Sie verdeutlicht, dass die Wechselkursdynamik bei Energieschocks eine unterschätzte Rolle spielt und aktiv genutzt werden kann.

Dies könnte die Debatte um die optimale Reaktion auf externe Schocks neu beleben und zu einer differenzierteren Strategie führen.

Quelle: Energy and Monetary Policy in the Euro Area

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