Niederlande: Geringe Markt-Dynamik hemmt Produktivität
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Niederlande: Geringe Markt-Dynamik hemmt Produktivität

Die DNB analysiert die schwache Produktivitätsentwicklung in den Niederlanden. Geringe Unternehmensdynamik, Marktkonzentration und Fehlallokation von Ressourcen bremsen das Wachstum.

Kleinunternehmen als Wachstumsbremse

Die Niederlande benötigen höheres Produktivitätswachstum, um das Wirtschaftswachstum angesichts der alternden Bevölkerung auf Kurs zu halten.

Die DNB-Analyse konzentriert sich auf Unternehmensdynamik, Marktmacht und die Allokation von Kapital und Arbeit.

In den Niederlanden bremsen geringe Unternehmensdynamik und eine Fehlallokation das Produktivitätswachstum.

Eine große Zahl wenig produktiver Unternehmen bleibt lange aktiv, wodurch Ressourcen langsamer für produktivere Zwecke freigesetzt werden.

Schätzungen zeigen, dass Unternehmen im Durchschnitt größer sind, als es ihre Produktivität rechtfertigen würde.

Das Problem liegt nicht nur an begrenztem Wachstum, sondern auch am mangelnden Rückgang und Austritt von Firmen.

Die geringe Dynamik wird hauptsächlich durch sehr kleine Unternehmen bestimmt, die kaum skalieren.

Die meisten Neugründungen sind Firmen ohne Angestellte, die wenig wachsen und lange aktiv bleiben.

Dies schafft eine große Gruppe kleiner, wenig produktiver Unternehmen.

Dieses strukturelle Muster unterscheidet die Niederlande von vielen anderen europäischen Ländern und hängt mit Steueranreizen sowie dem Arbeitsrecht zusammen.

Wachs­tums­po­ten­zi­al ungenutzt

Für Unternehmen, die bereits bei der Gründung eine gewisse Größe aufweisen, ist Wachstum in den Niederlanden durchaus möglich.

Firmen, die mit Angestellten starten, wachsen im Durchschnitt schnell und gehören zur europäischen Spitzengruppe.

Das niederländische Geschäftsklima behindert das weitere Wachstum an sich nicht.

Der Engpass liegt im großen Anteil der Unternehmen, die sehr klein starten und kaum skalieren.

Die schwächere inländische Unternehmensdynamik geht zudem nicht mit einer Zunahme der Marktmacht einher.

Marktkonzentration und Aufschläge blieben in den meisten Branchen der letzten fünfzehn Jahre stabil.

Dies hängt damit zusammen, dass Neugründungen und Austritte hauptsächlich bei sehr kleinen Unternehmen stattfinden, während Verschiebungen der Marktanteile und Konzentration vorwiegend bei bestehenden, größeren Unternehmen erfolgen.

Staatliche Eingriffe mit Vorsicht

Die Regierungspolitik muss die Bedingungen für eine gesunde Unternehmensdynamik stärken, insbesondere durch die Vertiefung des europäischen Binnenkapitalmarktes und die Überprüfung nationaler Gesetze.

Vorsicht ist jedoch geboten bei ungezielten Subventionen und Steuervorteilen, da diese unproduktive Firmen am Leben erhalten.

Die Corona-Hilfspakete zeigten, wie solche Maßnahmen die Fehlallokation von Kapital und Arbeit verstärken können.