Lieferketten-Störungen heizen Inflation an
Die Wirtschaft ist anfällig für globale Lieferketten-Störungen, die Preise und Inflation erhöhen. Eine Analyse der DNB zeigt, wie diesen Risiken am besten begegnet werden kann.
Globale Abhängigkeit, lokale Folgen
Die niederländische Wirtschaft ist stark von globalen Lieferketten abhängig.
Diese Effizienz in stabilen Zeiten birgt in Phasen von Störungen im Ausland erhebliche Risiken.
Geopolitische Spannungen, wie der Krieg im Iran oder frühere Chip-Engpässe und die Energiekrise nach Russlands Invasion in der Ukraine, haben gezeigt, wie schnell regionale Schocks globale Auswirkungen haben können.
Wenn Produktion oder Lieferung von Gütern oder Rohstoffen unterbrochen werden, steigen Lieferzeiten, die Wirtschaftsaktivität verlangsamt sich und Preise erhöhen sich.
Besonders anfällig sind Güter, die für Sektoren wie Gesundheitswesen, Verteidigung, Energie und digitale Infrastruktur entscheidend sind.
Die größten Risiken entstehen oft am Anfang der Lieferkette, etwa bei Halbleitern, Rohstoffen und seltenen Metallen.
Störungen in dieser Phase können sich durch die gesamte Weltwirtschaft, einschließlich Europa und der Niederlande, ziehen und die Inflation antreiben.
Geldpolitik allein reicht nicht
Zentralbanken reagieren auf steigende Inflation typischerweise mit Zinserhöhungen, um die Wirtschaft zu verlangsamen.
Dieser Ansatz ist jedoch weniger wirksam, wenn Preissteigerungen durch angebotsseitige Engpässe verursacht werden.
Höhere Zinsen können die Knappheit von Rohstoffen oder Gütern nicht beheben, da die Inflationsursache bestehen bleibt.
Gleichzeitig können sie die Wirtschaft stark belasten: Investitionen fallen, das Wachstum verlangsamt sich und die Beschäftigung gerät unter Druck.
Die sozialen Kosten können erheblich sein.
Prävention statt Reaktion
Die DNB-Analyse zeigt klar: Angebotsseitige Inflation lässt sich mit Geldpolitik nur schwer und zu hohen Kosten bekämpfen.
Stattdessen sind präventive, gezielte Maßnahmen auf staatlicher und europäischer Ebene entscheidend, um Lieferketten zu stärken.
Nur so kann die Wirtschaft widerstandsfähiger werden und zukünftige Inflationsschocks besser abfedern.