Arbeitsmarktkrapte bremst Wirtschaftswachstum und Wohlstand
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Arbeitsmarktkrapte bremst Wirtschaftswachstum und Wohlstand

Die DNB warnt in einer neuen Analyse vor den langfristigen Folgen der Arbeitsmarktkrapte. Ein stagnierendes Arbeitsangebot begrenzt das Wirtschaftswachstum und den Wohlstand in den Niederlanden.

Grenzen des Wachstums durch Arbeitskräftemangel

Die Spannung zwischen Nachfrage und Angebot auf dem niederländischen Arbeitsmarkt ist groß und bleibt langfristig eine zentrale Herausforderung, bedingt durch ein stagnierendes Arbeitsangebot.

Dies begrenzt das Wachstumspotenzial der niederländischen Wirtschaft erheblich; das trendmäßige BIP-Wachstum könnte von durchschnittlich 1,5 Prozent in den letzten 20 Jahren auf etwa 0,5 Prozent pro Jahr sinken.

Die Arbeitsmarktkrapte hat zudem weitreichende Folgen für die breite Wohlfahrt.

Verteilungsfragen werden schwieriger, da weniger zu verteilen ist.

Die Zugänglichkeit und Qualität öffentlicher Dienste, wie Wartelisten in der Gesundheitsversorgung und Unterrichtsausfälle im Bildungswesen, geraten unter Druck.

Auch die Klimatransformation könnte durch Fachkräftemangel gebremst werden.

Diese DNB-Analyse bietet einen strukturierten Rahmen zur Diskussion der vielschichtigen Problematik.

Demografischer Wandel als strukturelle Bremse

Seit dem starken Aufschwung nach der Coronakrise herrscht Hochspannung auf dem Arbeitsmarkt.

Im dritten Quartal 2023 gab es 416.000 offene Stellen gegenüber 366.000 Arbeitslosen.

Für 40 Prozent der Unternehmen war der Personalmangel die größte Geschäftsbehinderung.

Die Stagnation des Arbeitsangebots ist auch für die kommenden zwei Jahrzehnte eine strukturelle Herausforderung.

Demografische Entwicklungen wie die Alterung der Bevölkerung und sinkende Geburtenraten führen dazu, dass das Wachstum des Arbeitsangebots bis 2040 nahezu zum Stillstand kommt.

Die Möglichkeiten zur weiteren Steigerung der Erwerbsbeteiligung sind begrenzt, was die Finanzierung kollektiver Leistungen wie Renten, Bildung und Gesundheitsversorgung zunehmend erschwert.

Wachstum nicht länger selbstverständlich

Die Analyse der DNB unterstreicht eine fundamentale Verschiebung: Die Niederlande erreichen die Grenzen ihrer Produktionskapazität.

Um Wachstum und Wohlstand zu erhalten, wäre eine drastische Beschleunigung der Produktivität nötig, deren Realisierbarkeit jedoch ungewiss ist.

Dies erfordert eine Neuausrichtung der Wirtschaft, in der die Nachfrage nach Arbeit sich dem begrenzten Angebot anpassen muss.