Inflation trifft Haushalte ungleich: Sorgen wachsen
DNB Decoder Read in English

Inflation trifft Haushalte ungleich: Sorgen wachsen

In einer Umfrage unter fast 3.000 Haushalten zeigt sich, dass viele Menschen ihre Finanzen und Zukunft mit Sorge betrachten. Besonders niedrige Einkommen sind stark betroffen.

Sorgen um Finanzen und Zukunft

Eine Umfrage der De Nederlandsche Bank (DNB) unter 2.852 Haushalten im Jahr 2025 zeigt, dass Inflation für viele ein erheblicher Grund zur Sorge ist.

Über 32 Prozent der Befragten äußerten Bedenken hinsichtlich der allgemeinen Wirtschaftslage, während fast ein Viertel (23,7 Prozent) sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgte.

Finanzielle Ängste sind weit verbreitet: 17,4 Prozent befürchten, auf ihre Ersparnisse zurückgreifen zu müssen, und 16 Prozent sind unsicher, ob sie grundlegende Lebenshaltungskosten weiterhin decken können.

Zudem gaben 12,7 Prozent an, durch die Preissteigerungen mehr Stress zu empfinden.

Diese Ergebnisse verdeutlichen die tiefgreifenden Auswirkungen der Inflation auf das Wohlbefinden und die finanzielle Stabilität vieler Haushalte.

Auffällig ist jedoch, dass rund 38 Prozent der Befragten angaben, kaum oder gar nicht von den Preissteigerungen betroffen zu sein, was auf eine stark divergierende Wahrnehmung hindeutet.

Die Studie beleuchtet somit die komplexen und ungleichen Belastungen, die die Teuerung in der Gesellschaft verursacht.

Armutssorgen und Einkommenskluft

Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich, dass die Auswirkungen der Inflation nicht alle Haushalte gleichermaßen treffen.

Insbesondere die niedrigsten Einkommensgruppen sind am stärksten betroffen und äußern die größten Sorgen.

Sie machen sich über ihre Ersparnisse Gedanken, erleben ein höheres Stressniveau und sind besorgt, ihre monatlichen Rechnungen nicht mehr bezahlen zu können.

Haushalte mit höheren Einkommen hingegen spüren die Inflation tendenziell weniger stark.

Ein größerer Anteil dieser Gruppe gibt an, dass die Preissteigerungen kaum Auswirkungen auf sie haben.

Überraschend ist, dass die Arbeitsplatzsicherheit für keine der Gruppen eine große Rolle spielt.

Nur ein kleiner Teil der Befragten zeigte sich besorgt über einen möglichen Jobverlust.

Dies deutet darauf hin, dass die primären Sorgen der Haushalte eher bei den direkten Lebenshaltungskosten und der Kaufkraft liegen als bei der Beschäftigungslage.

Verhalten ändert sich nachhaltig

Geldpolitisch sind diese Erkenntnisse von hoher Relevanz, da verändertes Konsumverhalten die Wirtschaft nachhaltig beeinflusst.

Sinkende Ausgaben und fallendes Konsumentenvertrauen können das Wachstum bremsen, selbst wenn die Inflation nachlässt.

Die DNB-Studie unterstreicht, dass die psychologischen Effekte der Teuerung nicht unterschätzt werden dürfen und eine schnelle Rückkehr zur Normalität erschweren.

Quelle: Inflation: how households experience price increases

IN: