DNB-Direktor: EZB muss bei persistenten Schocks eingreifen
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DNB-Direktor: EZB muss bei persistenten Schocks eingreifen

Bas ter Weel von der DNB diskutierte auf einer Konferenz die Reaktion der Geldpolitik auf Angebotsschocks. Er betonte, dass Zentralbanken bei persistenten Schocks eingreifen müssen, statt nur zuzusehen.

Wann Zusehen, wann Eingreifen?

Bas ter Weel, Direktor der DNB, verglich die Geldpolitik mit der Kindererziehung: Wann lässt man los, wann greift man ein?

Zentralbanken stehen vor der Frage, wie sie auf Angebotsschocks reagieren sollen.

Während kleine, temporäre Schocks ignoriert werden können, erfordert eine anhaltende und breit gefasste Inflation ein schnelles Handeln.

Die EZB-Strategie betont, dass die Reaktion auf Inflationsabweichungen kontextspezifisch sein muss.

Drei Faktoren bestimmen die optimale Reaktion: die Persistenz des Schocks, seine Übertragung auf die Inflation und die Verstärkung durch den Zustand der Wirtschaft.

Das Nicht-Eingreifen ist nicht immer eine Option.

Wenn die Phase zur Konstante wird

Die Persistenz eines Schocks ist entscheidend.

Ein struktureller Angebotsschock, wie der demografische Wandel, führt zu einem Rückgang des Potenzialwachstums.

DNB-Modelle zeigen, dass Untätigkeit der Zentralbank hier Inflationsvolatilität ohne Produktionsvorteile riskiert.

Die Unsicherheit über die Schock-Persistenz, etwa bei Energiepreisen, erfordert den Einsatz von Szenarien und datenabhängiges Handeln.

Selbst temporäre Schocks können durch die Produktionskette persistente Effekte auf die Kerninflation haben, wie eine Analyse des Global Supply Chain Pressure Index der New York Fed belegt.

Deren Auswirkungen auf die Inflation können erheblich länger anhalten als der ursprüngliche Schock.

Die letzte Meile ist die schwierigste

Die Auswirkungen von Angebotsschocks werden in einem bereits inflationären Umfeld erheblich verstärkt, da sich das Preisverhalten von Unternehmen ändert.

Lineare Modelle unterschätzen diese 'Nichtlinearitäten' und die daraus resultierende Beschleunigung der Inflation.

Obwohl die Risiken einer Inflationsbeschleunigung höher sind, sind die geldpolitischen Instrumente zur Inflationsbekämpfung auch wirksamer geworden.