Maijoor: Zentralbank-Liquidität ohne Stigma nutzen
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Maijoor: Zentralbank-Liquidität ohne Stigma nutzen

Steven Maijoor von der DNB betonte auf einer EZB-Sitzung die Rolle der Zentralbank als Lender of Last Resort. Er forderte Banken auf, Liquiditätshilfen ohne Stigma zu nutzen und aus der Krise von 1763 zu lernen.

Die Lehren von 1763

Steven Maijoor, Direktor der DNB, erinnerte an die Finanzkrise von 1763 in Amsterdam, ausgelöst durch den Bankrott des prominenten Bankers Leendert Pieter de Neufville.

Die Krise, die sich durch große Teile Europas zog, zeigte klassische Merkmale wie übermäßige Hebelwirkung, Fristentransformation und komplexe Produkte, die zu einem Liquiditätsengpass und Bankenpleiten führten.

Maijoor betonte, dass das entscheidende fehlende Element damals eine Zentralbank als Lender of Last Resort war, die das System hätte stabilisieren können.

Er verwies auf eine faszinierende Studie von Hyun Song Shin und Isabel Schnabel, die diese historischen Parallelen aufzeigt.

Die Lehre: Ohne koordinierte öffentliche Intervention und eine effektive letzte Instanz der Liquiditätsversorgung kann eine Krise weitreichende und langanhaltende Rezessionen auslösen.

Dies unterstreicht die fundamentale Bedeutung einer stabilisierenden Zentralbankfunktion in modernen Finanzsystemen.

Sicherheiten: Balanceakt der Liquidität

Die Ereignisse von 2023, insbesondere bei der Silicon Valley Bank und Credit Suisse, zeigten, dass das Vorhandensein von Liquiditätsinstrumenten allein nicht ausreicht; Banken müssen auch operationell bereit sein, diese zu nutzen.

Maijoor hob hervor, dass die rechtzeitige Bereitstellung ausreichender Sicherheiten entscheidend ist.

Er warnte jedoch vor zu strengen Anforderungen an die Vorpositionierung von Sicherheiten, da dies die Flexibilität beeinträchtigen und die Zentralbank vom 'Lender of Last Resort' zum 'Lender of First Resort' machen könnte.

Aktuelle Debatten, Sicherheiten in die LCR einzubeziehen, könnten zudem die Eigenverantwortung der Banken schwächen.

Nach den Turbulenzen von 2023 haben US-Banken freiwillig Sicherheiten im Wert von 1 Billion Dollar vorpositioniert.

Die Frage bleibt, ob dies ausreicht oder ob mehr getan werden muss.

Reguläre Liquidität: Kein Stigma

Steven Maijoor stellte klar, dass die Nutzung regulärer Zentralbankoperationen in normalen Situationen keine Fragen der Aufsicht auslösen sollte.

Er betonte, es sei wichtig, die Fehlwahrnehmung einer Stigmatisierung zu korrigieren.

Reguläre Liquiditätshilfen sind ein integraler Bestandteil des täglichen Liquiditätsmanagements und sollten ohne Bedenken genutzt werden.