Loyalitätsrabatte verhindern Markteintritt bei Zahlungskarten
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Loyalitätsrabatte verhindern Markteintritt bei Zahlungskarten

Eine Studie der De Nederlandsche Bank (DNB) zeigt, wie große Zahlungskartennetzwerke durch hohe Rabatte an ausgebende Banken den Markteintritt von Wettbewerbern blockieren. Dies führt zu einer globalen Dominanz weniger Anbieter und steigenden Händlergebühren.

Rabatte als Markteintrittsbarriere

Zahlungskartenmärkte werden weltweit von wenigen großen Netzwerken dominiert, die ausgebenden Banken erhebliche Rabatte gewähren.

Politische Entscheidungsträger sind besorgt über steigende Händlergebühren und die starke Abhängigkeit von diesen Zahlungsdiensten.

Die Studie analysiert, unter welchen Bedingungen ein Kartennetzwerk Rabatte so hoch ansetzt, dass Wettbewerber nicht profitabel in den Markt eintreten können.

Abschreckung wird für große Netzwerke profitabler, wenn die Transaktionsvorteile steigen, insbesondere wenn ausgebende Banken Rabatte an Karteninhaber weitergeben.

Gleichzeitig wird der Markteintritt stärker blockiert, wenn ausgebende Banken Kosten für den Wechsel zu einem anderen Kartennetzwerk haben, was darauf hindeutet, dass große Netzwerke Rabatte nutzen, um Wechselkosten zu erhöhen.

Diese Lock-in-Effekte erklären, warum nationale Kartennetzwerke verdrängt werden und neue Netzwerke Schwierigkeiten haben, Fuß zu fassen.

Dominanz und politische Bedenken

Chinas UnionPay und die US-Netzwerke Visa und Mastercard wickelten 2022 zusammen bis zu 91 Prozent der weltweiten Kartenausgaben ab und erzielten Nettogewinnmargen von rund 45 bis 55 Prozent.

Diese Margen übertreffen die vieler großer Technologieunternehmen.

Die Marktmacht der Kartennetzwerke hat zu mehreren Bedenken bei politischen Entscheidungsträgern geführt.

Erstens konzentrieren sich Regulierungsbehörden auf steigende Gebühren für Händler.

Zweitens wächst die Sorge, insbesondere in Europa, über die übermäßige Abhängigkeit von ausländischen Kartennetzwerken.

Regierungen weltweit unterstützen daher nationale oder europäische Zahlungsalternativen, doch der Erfolg bleibt bisher aus.

Verbraucher in kartendominierten Ländern haben aufgrund von Benutzerfreundlichkeit, Kaufschutz und Treueprämien kaum Anreize, auf alternative Zahlungsmethoden umzusteigen.

Regulatorische Herausforderung

Die Studie liefert eine wichtige theoretische Grundlage für die anhaltende Debatte um die Regulierung von Zahlungskartenmärkten.

Sie verdeutlicht, dass hohe Rabatte an Konsumenten zwar den Markteintritt abschrecken, aber gleichzeitig zu höheren Gebühren auf der Händlerseite führen können.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer genauen regulatorischen Prüfung, um die Abhängigkeit von dominanten Netzwerken zu reduzieren und innovative Zahlungsmethoden zu fördern.