Lockerung der Kreditvergabestandards führt zu mehr Schulden und höheren Hauspreisen
Die DNB und die AFM warnen: Eine Lockerung der Hypotheken-Leennormen würde zu risikoreicherem Kreditverhalten und weiterem Preisdruck auf dem angespannten Wohnungsmarkt führen. Prudente Standards sind essenziell für die Finanzstabilität.
Hypothekenrisiken bleiben hoch
Der niederländische Wohnungsmarkt ist angespannt und zeigt Anzeichen einer Überbewertung.
Seit Mitte 2023 stiegen die Hauspreise um 21 Prozent, während die Einkommen nur um 14 Prozent zunahmen, was die Preis-Einkommens-Ratio um fast 9 Prozent erhöhte.
Im Jahr 2025 wurden fast 75 Prozent der Immobilientransaktionen über dem Angebotspreis abgeschlossen.
Die Hypothekenschuld der niederländischen Haushalte bleibt im internationalen Vergleich hoch, mit knapp 80 Prozent des BIP gegenüber 50 Prozent im Euroraum.
Die Schuld wuchs im zweiten Quartal 2025 um über 5 Prozent, der größte Anstieg seit 2008.
Obwohl die durchschnittlichen LTV- und LTI-Werte seit 2013 gesunken sind, ist bei neuen Krediten seit 2022 ein leichter Anstieg dieser Ratios sichtbar.
Mehr als die Hälfte der Ersterwerber nimmt Kredite mit einer LTV von über 90 Prozent auf, und die durchschnittliche LTV für diese Gruppe erreichte 2025 89 Prozent.
Haushalte nutzen ihre Leihkapazität zunehmend vollständig aus, was das Risiko von Zahlungsproblemen bei Einkommensrückgängen erhöht.
Diese Entwicklungen unterstreichen die anhaltenden finanziellen Stabilitätsrisiken.
Leennormen als Stabilitätsanker
Hypothekarische Leennormen sind seit 2013 gesetzlich verankert und werden jährlich von der Regierung in den Niederlanden festgelegt, um eine verantwortungsvolle Kreditvergabe an Haushalte zu gewährleisten.
Diese Normen, basierend auf dem Einkommen (LTI) und dem Wert der Immobilie (LTV), begrenzen die Hypothekenschuld und tragen maßgeblich zur Begrenzung finanzieller Stabilitätsrisiken bei.
Eine DNB-Studie bestätigt, dass eine Lockerung der Leennormen in den Niederlanden zu steigenden Hauspreisen führt.
Die DNB und die AFM wurden von den Ministern für Finanzen sowie für Wohnungswesen und Raumordnung beauftragt, die finanzielle Stabilität im Zusammenhang mit diesen Normen jährlich zu überwachen.
Der vorliegende Monitor ist der erste Bericht, der Einblicke in die Entwicklung der Risiken durch Hypothekenkredite mittels quantitativer Indikatoren liefert.
Dringender Handlungsbedarf
Dieser erste Monitor von DNB und AFM unterstreicht die anhaltende Relevanz prudenter Leennormen für die Finanzstabilität.
Die beobachtete Zunahme risikoreicherer Kreditmerkmale bei neuen Hypotheken, insbesondere für Ersterwerber, ist ein klares Warnsignal für die Politik.
Ohne eine breitere Politikmischung, die fiskalische Anreize reduziert und das Wohnungsangebot erhöht, bleiben die strukturellen Schwachstellen des niederländischen Wohnungsmarktes bestehen.