Monetäre Straffung erhöht Beschäftigungskonzentration
Eine DNB-Studie zeigt: Bei geldpolitischer Straffung schrumpft die Beschäftigung bei kleinen, schnelllebigen Unternehmen stärker als bei großen etablierten Firmen. Dies erhöht die Beschäftigungskonzentration und beeinflusst den Output-Inflations-Trade-off.
Kleine Firmen trifft es härter
Die Studie dokumentiert einen „Beschäftigungskonzentrationskanal“ der Geldpolitik.
Bei restriktiver Geldpolitik schrumpft die Beschäftigung bei kleinen, schnelllebigen Unternehmen stärker als bei großen, etablierten Firmen.
Dies führt zu einem Anstieg des Beschäftigungsanteils großer Unternehmen.
Eine BVAR-Analyse von US-Daten (1983–2018) zeigt, dass Straffungen die Firmengründung und Neueinstellungen reduzieren, was den Zufluss in kleine Unternehmen unterbricht.
Gleichzeitig führt eine höhere Austrittsrate zum Verlust von Arbeitsplätzen in kleinen Firmen.
Große Unternehmen sind vergleichsweise isoliert, da sie selten ausscheiden und wenig empfindlich auf die Eintrittsbedingungen reagieren.
Dieser Mechanismus erhöht die Beschäftigungskonzentration, ein Effekt, der den anfänglichen Schock überdauert und die aggregierte Dynamik beeinflusst.
Modell bestätigt empirische Beobachtung
Die Forscher entwickelten ein strukturelles Modell mit heterogenen Unternehmen, endogenem Eintritt und Austritt sowie Gleichgewichtsarbeitslosigkeit und nominalen Rigiditäten.
Dieses Modell rationalisiert die empirischen Befunde und wurde anhand von US-Daten geschätzt.
Es repliziert den persistenten Anstieg der Beschäftigungskonzentration und das asymmetrische Verhalten der Job-Flows über verschiedene Unternehmensgrößen hinweg.
Kontrafaktische Analysen zeigen, dass sowohl endogene Austrittsraten als auch die anfängliche Beschäftigungskonzentration entscheidend sind, um diesen Effekt zu erzeugen.
Wenn Austrittsraten größenunabhängig sind oder die Beschäftigung weniger konzentriert ist, wird der Anstieg der Konzentration nach einem Schock erheblich gedämpft.
Endogener Trade-off für Zentralbanken
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Output-Inflations-Trade-off der Geldpolitik kein primitives Merkmal der Wirtschaft ist, sondern endogen von der Unternehmenszusammensetzung abhängt.
Die Verteilung von Produktion und Beschäftigung über Unternehmen hinweg bestimmt, wie stark die Produktionskapazität bei geldpolitischer Straffung schrumpft und wie sich dies auf Preis- und Mengenanpassungen auswirkt.
Die strukturelle Transformation der Wirtschaft, weg von fragilen kleinen Unternehmen hin zu großen etablierten Firmen, hat die geldpolitische Transmission verändert.
Zentralbanken müssen diese Dynamik berücksichtigen, da Änderungen in der Unternehmenszusammensetzung den Trade-off neu gestalten können.