Niederlande: Wachstum bremst, Defizit über EU-Grenze
DNB Decoder Read in English

Niederlande: Wachstum bremst, Defizit über EU-Grenze

Die niederländische Wirtschaft verlangsamt sich 2026 deutlich. Das Budgetdefizit überschreitet die europäische Grenze, während die Inflation hartnäckig bleibt. Die DNB warnt vor anhaltender Unsicherheit durch Energiepreise und Geopolitik.

Wachstum bremst, Inflation hartnäckig

Die DNB prognostiziert für 2026 eine Inflationsrate von 2,7 Prozent, leicht höher als im Dezember erwartet, aber unter dem Wert von 2025.

Haushalte spüren höhere Energiekosten, doch ein Inflationsschub wie 2022 bleibt aus, da Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt sich abkühlen.

Für 2027 und 2028 werden 2,3 bzw. 2,4 Prozent Inflation erwartet.

Das niederländische Wirtschaftswachstum sinkt 2026 voraussichtlich auf 0,8 Prozent, belastet durch globale Turbulenzen, geopolitische Spannungen und höhere inländische Kosten, die Exporte dämpfen.

Unternehmen und Konsumenten agieren vorsichtiger, verschieben Investitionen und sparen mehr.

Die Regierung stützt das Wachstum 2026 durch Ausgaben in Gesundheit und Verteidigung.

Eine Erholung wird ab 2027 erwartet, mit Wachstumsraten von 1,2 und 1,3 Prozent, gestützt durch sinkende Energiepreise und zunehmendes Vertrauen.

Defizit über EU-Grenze, Häuserpreise steigen

Das Budgetdefizit wird 2026 auf 3,3 Prozent des BIP steigen und damit die europäische Grenze von 3 Prozent überschreiten.

Hauptgrund ist eine einmalige Ausgabe von 8,5 Milliarden Euro für die Reform des Militärrentensystems.

Das Defizit soll sich bis 2027 auf 2,6 Prozent und bis 2028 auf 2,3 Prozent reduzieren, doch der Spielraum bleibt begrenzt.

Die Staatsverschuldung bleibt vorerst unter der EU-Grenze von 60 Prozent, wird danach aber stark ansteigen.

Bei den Immobilienpreisen wird über die kommenden Jahre ein moderater Anstieg von 3 bis 4 Prozent jährlich erwartet, gebremst durch höhere Hypothekenzinsen und geringeres Konsumentenvertrauen.

Die Erschwinglichkeit verbessert sich jedoch nicht.

Das Lohnwachstum im Privatsektor erreicht 2026 voraussichtlich 4,0 Prozent, unter den Werten der Vorjahre, und mäßigt sich weiter.

Die Arbeitslosigkeit steigt bis 2027 auf 4,2 Prozent und bis 2028 auf 4,3 Prozent, bleibt aber relativ niedrig.

Der Druck auf dem Arbeitsmarkt lässt nach, ohne größere Jobverluste.

Unsicherheit bleibt der größte Faktor

Das niederländische Wirtschaftswachstum verlangsamt sich dieses Jahr, gefolgt von einer Erholung, die jedoch von erheblicher Unsicherheit geprägt ist.

Der Krieg im Nahen Osten und die Entwicklung der Energiepreise werden die Aussichten maßgeblich beeinflussen, wobei ein sorgfältig abgewogenes Handeln von Regierung, Unternehmen und Haushalten unerlässlich ist.

Trotz moderater Aussichten, die Investitionen in Nachhaltigkeit und Produktivität erfordern, ist die wirtschaftliche Perspektive nicht düster.

Quelle: The five key figures on the Dutch economy

IN: