DNB-Ausblick: Resilienz und Wachstum für Niederlande und Europa
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DNB-Ausblick: Resilienz und Wachstum für Niederlande und Europa

Die De Nederlandsche Bank (DNB) fordert in ihrem aktuellen Ausblick eine Stärkung der niederländischen Wirtschaft und eine resilientere, autonomere Europäische Union. Angesichts unsicherer Zeiten und geopolitischer Spannungen sei dies unerlässlich.

Geopolitische Risiken erfordern Stärke

In einer sich schnell wandelnden Welt kann es kein 'Weiter so' geben.

Die De Nederlandsche Bank (DNB) betont in ihrem aktuellen Ausblick die Notwendigkeit, die niederländische Wirtschaft zu stärken und Europa resilienter sowie autonomer zu gestalten.

Die DNB-Vorstandsmitglieder erklären: 'Wir müssen in den Niederlanden und in Europa die Ärmel hochkrempeln.'

Die jüngsten Szenarien der DNB zeigen, dass der Krieg im Nahen Osten bei unveränderter Politik zu einem deutlichen Anstieg der Gas- und Ölpreise führen könnte, was die Inflation in den Niederlanden erheblich erhöhen und das Wirtschaftswachstum verlangsamen würde.

Obwohl die Auswirkungen auf die verfügbaren Einkommen geringer ausfallen als während der Energiekrise 2022, sind Haushalte mit niedrigerem Einkommen erneut am stärksten betroffen.

Die DNB warnt vor Zweitrundeneffekten, die zu einer hartnäckigeren Inflation führen könnten, sollte die EZB nicht mit Zinserhöhungen reagieren, um ihr 2-Prozent-Ziel zu sichern.

Binnenmarkt als Motor und Airbag

Die Stärkung der Resilienz und des Wachstumspotenzials der niederländischen Wirtschaft erfordert eine starke europäische Wirtschaft.

Der Binnenmarkt der Europäischen Union ist dabei Motor und Airbag zugleich, jedoch noch weit von seiner Vollendung entfernt.

Die DNB fordert den Abbau unnötiger regulatorischer Hürden und Handelshemmnisse, um das Potenzial der 450 Millionen Einwohner umfassenden EU auszuschöpfen.

Auch ein größerer Markt für Risikokapital sei notwendig, da die Fragmentierung der Finanzmärkte dazu führt, dass vielversprechende junge Unternehmen Europa verlassen, obwohl 10 Billionen Euro auf europäischen Sparkonten liegen.

Die Arbeitsproduktivität in den Niederlanden muss von derzeit 0,5 Prozent auf über 1 Prozent pro Jahr steigen, um den Wohlstand langfristig zu sichern.

Europa als Souveränitätsanker

Ein stabiles Fundament aus niedriger Inflation und soliden Staatsfinanzen ist unerlässlich.

Die 3-Prozent-Defizitgrenze muss eingehalten werden, um fiskalischen Spielraum für Schocks zu sichern.

Die Niederlande sollten Europa als Souveränitätsgarant begreifen und aktiv zu einer starken Union beitragen.