Importzölle: Wirtschaftliche Folgen und geldpolitische Reaktionen der EZB
Die DNB analysiert die makroökonomischen Auswirkungen von Zöllen auf Preise, Handel und Wachstum. Sie beleuchtet die optimale geldpolitische Reaktion auf diese Schocks, insbesondere für die EZB.
Zölle: Kosten für Konsumenten und Produktion
Zölle wirken primär als 'Konsumentensteuer', da erhöhte Importpreise an die Endverbraucher weitergegeben werden und die Inflation steigen lassen.
Eine DNB-Analyse bestätigt, dass der Pass-Through von Zöllen auf US-Importpreise fast 100 Prozent beträgt.
Gleichzeitig stören Zölle Produktionsnetzwerke, senken die Produktivität und reduzieren letztlich die Wirtschaftsleistung.
Für den Euroraum werden höhere US-Zölle als kontraktionsfördernd erwartet, hauptsächlich durch eine reduzierte externe Nachfrage.
Der inflationäre Effekt ist komplex: Einerseits können europäische Firmen höhere globale Kosten an Verbraucher weitergeben, andererseits wirken die Euro-Aufwertung 2025 und Handelsumlenkungen disinflationär.
Eine EU-Vergeltung würde die makroökonomischen Aussichten beiderseits des Atlantiks verschlechtern.
Geldpolitik: Durchblick bei Preisschocks
Die akademische Literatur empfiehlt bei Zöllen eine akkommodierende Geldpolitik, solange die Inflationserwartungen verankert bleiben.
Dies bedeutet, zollbedingte Preisanstiege zu ignorieren und die resultierende Schwäche der Realwirtschaft zu tolerieren.
Eine Straffung würde rezessive Effekte verstärken.
Für die EZB ist die genaue Auswirkung von US-Zöllen auf die Inflation im Euroraum ex ante schwer einschätzbar, da sie von widerstreitenden Kräften aus Nachfrage, Angebot, Wechselkursbewegungen und erhöhter Handelspolitik-Unsicherheit abhängt.
Kurzfristig könnten disinflationäre Tendenzen dominieren, langfristig könnte Fragmentierung zu anhaltendem Inflationsdruck führen.
Flexibilität ist Trumpf
Angesichts der hohen Unsicherheit ist der datenabhängige, sitzungsweise Ansatz der EZB der einzig sinnvolle Weg.
Er erlaubt es den Entscheidungsträgern, Wechselkurse, Handelsmuster und die globale Nachfrage genau zu beobachten.
Nur so kann flexibel auf zollbedingte Schocks reagiert werden, die die Inflationsaussichten oder die Wirtschaftstätigkeit gefährden könnten.