DNB-Szenarien: Hohe Energiepreise bremsen Wirtschaft
Die DNB hat zwei Szenarien zur Entwicklung der Energiepreise veröffentlicht. Sie zeigen, wie anhaltend hohe Öl- und Gaspreise Inflation und Wirtschaftswachstum beeinflussen könnten.
Zwei Szenarien, zwei Schocks für die Wirtschaft
Die DNB hat zwei Szenarien entwickelt, um die potenziellen Auswirkungen anhaltend hoher Energiepreise auf Inflation und Wirtschaftswachstum zu beleuchten.
Beide Modelle gehen von einem starken Anstieg der Energiepreise aus, der den Markt längerfristig unter Spannung hält und Kosten für Unternehmen sowie Haushalte erhöht.
Dies führt zu einem breiteren Preisanstieg, da Transport, Lebensmittel und andere Güter teurer werden.
Gleichzeitig wächst die Unsicherheit an den Finanzmärkten, was Banken und Investoren vorsichtiger macht und zu höheren Zinsen für neue Projekte führt.
Dies verteuert Kredite und bremst das Wirtschaftswachstum zusätzlich.
Die Szenarien unterscheiden sich in Intensität und Dauer des Schocks sowie im Grad der Unsicherheit.
Im 'Adverse Scenario' steigen die Energiepreise, fallen aber nach einem Höhepunkt im dritten Quartal 2026 vergleichsweise schnell wieder.
Im 'Severe Scenario' hingegen steigen Öl- und Gaspreise noch stärker und bleiben über einen deutlich längeren Zeitraum hoch.
In beiden Szenarien wird angenommen, dass weder die Regierung noch die Zentralbanken ihre Politik anpassen, um die Auswirkungen abzufedern.
Diese Annahme ist entscheidend, um die reinen Effekte der Energiepreisschocks isoliert darzustellen und die potenziellen Konsequenzen ohne politische Intervention aufzuzeigen.
Von leichter Dämpfung bis tiefer Rezession
Im 'Adverse Scenario' steigt die Inflation 2027 auf 2,9 Prozent und bleibt auch 2028 erhöht.
Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich leicht, da Unsicherheit und höhere Kosten die Kaufkraft drücken und Investitionen verzögern.
Der internationale Handel wächst ebenfalls langsamer, was exportabhängige niederländische Firmen trifft.
Die Wirtschaft kühlt ab, wird aber nicht grundlegend gestört.
Das 'Severe Scenario' prognostiziert einen starken Wirtschaftseinbruch: Die Inflation erreicht 2027 einen Höchststand von 4,6 Prozent und bleibt länger hoch, auch durch Zweitrundeneffekte bei Löhnen.
Das Wachstum verlangsamt sich erheblich, besonders 2027, da Binnen- und Auslandsnachfrage fallen.
Haushalte sparen, Unternehmen verschieben Investitionen, und die Arbeitslosigkeit steigt auf über 5 Prozent.
Der globale Handel leidet stark, was für die offene niederländische Wirtschaft besonders schädlich ist.
Vorbereitung zahlt sich aus
Die DNB-Szenarien unterstreichen die enorme Abhängigkeit der Wirtschaft von Energiepreisen und die Notwendigkeit vorausschauender Politik.
Sie zeigen klar auf, dass ohne Intervention ein leichter Rückgang bis hin zu einem schweren Einbruch möglich ist, mit steigender Inflation und Arbeitslosigkeit.
Dies verdeutlicht die Relevanz von Zentralbank-Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung und staatlicher Unterstützung zur Abfederung von Einkommensverlusten.