Banken halten 15,1 Prozent Kernkapital unter vollem Basel III
Europas Großbanken halten auch unter den strengen Basel-III-Vorgaben solide Puffer. Laut dem Dashboard der Europäischen Bankenaufsicht für das zweite Quartal 2026 liegt die harte Kernkapitalquote bei 15,1 Prozent, während bis 2030 keine Kapitallücken drohen.
Output-Floor bindet 33 Institute
Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) untersuchte 129 Institute auf höchster Konsolidierungsebene in der EU und im EWR.
Bei einer vollständigen Umsetzung des CRR3-Rahmenwerks steigt das erforderliche Tier-1-Mindestkapital um 6,0 Prozent – nach zuvor projizierten 5,1 Prozent auf Basis der Daten aus dem vierten Quartal 2025.
Haupttreiber sind höhere standardisierte Gesamtrisikobeträge (S-TREA) sowie Übergangsregelungen einzelner Banken.
Insgesamt 33 Institute wären durch die finale Untergrenze für interne Risikomodelle, den sogenannten Output-Floor von 72,5 Prozent, unmittelbar gebunden.
Dennoch verharrt die durchschnittliche harte Kernkapitalquote (CET1) bei robusten 15,1 Prozent.
Übergangsfristen bis 2033 dämpfen den Fehlbetrag
Unter der Annahme statischer Bilanzen entstehen vor 2030 keinerlei Kapitallücken.
Für 2030 beziffert die EBA das Defizit auf 2,2 Milliarden Euro, bis zum vollständigen Auslaufen der Fristen im Jahr 2033 auf 18,5 Milliarden Euro.
Bezogen auf das Gesamtkapital der Stichprobe entspricht dieser Fehlbetrag lediglich 0,6 Prozent.
Das Aufsichts-Reporting erfasst Übergangsregeln für Kreditrisiken derzeit noch nicht vollständig, wodurch die Belastung für Standardansätze perspektivisch weiter zulegen dürfte.
Lange Schonfrist, wenig Hektik
Die Schreckensszenarien der Bankenlobby über untragbare Belastungen durch Basel III erweisen sich erneut als haltlos.
Ein Fehlbetrag von 18,5 Milliarden Euro verteilt auf sieben Jahre ist für das Bankensystem eine Petitesse.
Bis 2030 bleibt den betroffenen Häusern mehr als genug Spielraum für bilanzielle Nachbesserungen.