Klimarisiken im EU-Bankensektor stabil bei 62 Prozent
Die Risikopositionen der EU-Banken gegenüber klimaintensiven Sektoren verharren im zweiten Halbjahr 2025 unverändert bei 62 Prozent. Das zeigt das neue ESG-Risikodashboard der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA, das zugleich eine leicht verbesserte Datenqualität ausweist.
Konstante Quoten bei der Transition
Zwischen Juni und Dezember 2025 blieb der Anteil der Kredite an Branchen mit hohem Beitrag zum Klimawandel im EU- und EWR-Raum unverändert bei 62 Prozent.
Laut dem aktuellen Bericht der Aufsichtsbehörde veränderte sich das Risikoprofil für den ökologischen Wandel auf Unionsebene kaum.
Nur wenige nationale Zuständigkeitsbereiche wiesen Verschiebungen auf, während die am stärksten exponierten Länder und Institute weitgehend dieselben blieben.
Auch die anfälligen Positionen für physische Klimarisiken zeigten in den meisten Staaten keine Dynamik.
Gleichwohl bestehen regional erhebliche Spannen: Je nach Land reicht der Anteil physisch gefährdeter Kredite von unter 10 Prozent bis über 55 Prozent.
Diese Unterschiede spiegeln geografische sowie sektorale Merkmale wider.
Lichtblick bei den Hypothekenportfolios
Fortschritte meldet die EBA bei der Datenqualität von Immobilienkrediten.
Der Anteil von Hypotheken mit hoher Energieeffizienz von maximal 100 kWh pro Quadratmeter nahm leicht zu.
Gleichzeitig sank der Anteil von Krediten ohne Informationen zur Energieeffizienz sowie der Anteil schätzungsbasierter Werte geringfügig.
Diese Entwicklung deutet auf schrittweise Verbesserungen bei der Verfügbarkeit verlässlicher Klimadaten hin, die Banken für ihre Risikobewertung nutzen.
Das ESG-Dashboard dient der laufenden Überwachung von Transitions- und physischen Risiken im Bankensektor.
Stagnation hinter grüner Fassade
Ein Expositionsanteil von 62 Prozent zeigt, dass die Bilanztransformation der EU-Banken stagniert.
Bessere Daten zur Energieeffizienz sind für die Aufsicht hilfreich, reduzieren aber kein einziges Klumpenrisiko.
Ohne steuernden Eingriff bleibt das EBA-Dashboard eine reine Verwalterübung.