Banken im EWR steigern Eigenkapitalrendite auf 11,3 Prozent
Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) meldet für das zweite Quartal 2026 eine robuste Verfassung der Banken im EWR. Bei einer stabilen Kernkapitalquote von 16,1 Prozent und einer geringen NPL-Quote von 1,8 Prozent stieg die Eigenkapitalrendite auf 11,3 Prozent.
Hohe Zinsmargen treiben die Profitabilität
Die Institute im Europäischen Wirtschaftsraum weisen im zweiten Quartal 2026 eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 16,1 Prozent aus.
Der Puffer über den regulatorischen Mindestanforderungen liegt unverändert bei 430 Basispunkten.
Die Liquiditätsdeckungsquote (LCR) beträgt 158,5 Prozent, während die strukturelle Liquiditätsquote (NSFR) 125,7 Prozent erreicht.
Zugleich verbesserte sich die Eigenkapitalrendite im Jahresvergleich von 10,7 auf 11,3 Prozent, getragen von einem Anstieg der Nettozinsspanne von 1,58 auf 1,63 Prozent.
Auch das Aufwand-Ertrag-Verhältnis sank von 52,5 auf 51,5 Prozent.
Die Kreditvergabe an private Haushalte legte im Vorjahresvergleich um 5,2 Prozent zu, während Unternehmenskredite um 6,3 Prozent wuchsen.
Solide Kreditqualität trotz geopolitischer Risiken
Die Quote notleidender Kredite verharrt bei 1,8 Prozent, während der Anteil der Kredite in Stufe 2 auf 8,9 Prozent sank.
Direkte Engagements im IT-Sektor machen 4,0 Prozent der Firmenkredite und 1,9 Prozent des gesamten Kreditvolumens aus, ohne Anzeichen einer Verschlechterung.
Dennoch verweist die Aufsicht auf erhebliche externe Risiken: Neben geopolitischen Spannungen und makroökonomischer Unsicherheit könnten weitere Zinsschritte die Refinanzierungskosten und Kreditrisiken erhöhen.
Zudem mahnt die EBA bei hohen Bewertungen im Bereich der KI-Finanzierung zur Wachsamkeit.
Trügerische Ruhe auf Rekordniveau
Die europäischen Banken glänzen vordergründig mit starken Zahlen, zehren jedoch primär von hohen Zinsmargen.
Trübt sich die Konjunktur ein oder platzen KI-Bewertungsblasen, geraten die Puffer rasch unter Druck.
Die Aufsicht tut gut daran, sich von der aktuellen Rekordrentabilität nicht blenden zu lassen.