70 Prozent nutzen KI, aber nur 7 Prozent intensiv
ECB Paper

70 Prozent nutzen KI, aber nur 7 Prozent intensiv

Eine neue EZB-Studie auf Basis von SAFE-Daten zeigt, dass rund 70 Prozent der Unternehmen im Euroraum künstliche Intelligenz nutzen, aber nur 7 Prozent von einer signifikanten Integration berichten.

Unterschiedliche Reife im Euroraum

Rund 70 Prozent der Unternehmen im Euroraum nutzen künstliche Intelligenz in irgendeiner Form, doch nur 7 Prozent setzen sie signifikant ein.

Dies belegen Daten der SAFE-Befragung aus dem Jahr 2025 unter rund 6.000 Betrieben in zwölf Ländern.

Die Adoptionsraten variieren stark: Die Niederlande, Finnland und Österreich führen mit Werten über 80 Prozent an, während Italien und Irland mit unter 65 Prozent das Schlusslicht bilden.

Große und junge Unternehmen, besonders in technologieintensiven Sektoren, treiben die Entwicklung voran.

Primärer Treiber sind verbesserte Geschäftsprozesse, während Fachkräftemangel und Systeminkompatibilitäten als Hauptbarrieren gelten.

Die Finanzierung erfolgt überwiegend über interne Mittel und staatlich geförderte Kredite.

In­for­ma­ti­ons­lü­cken bremsen Investitionen

Eine experimentelle Untersuchung innerhalb der SAFE-Erhebung zeigt erhebliche Informationslücken bei Unternehmen hinsichtlich der KI-Nutzung ihrer Konkurrenten.

Rund 80 Prozent der Betriebe unterschätzen den Verbreitungsgrad in ihrer Peergroup um durchschnittlich 18 Prozentpunkte.

Werden Unternehmen über die tatsächliche Marktdurchdringung aufgeklärt, korrigieren sie ihre Erwartungen nach oben und erhöhen ihre eigenen Investitionspläne um fast zwei Prozentpunkte.

Dies unterstreicht, dass Informationsasymmetrien die Technologieverbreitung spürbar verlangsamen.

Illusionsfreie Bestandsaufnahme

Die EZB-Studie entzaubert den KI-Hype durch harte Daten aus dem Unternehmensalltag.

Alarmierend ist, dass viele Betriebe im Testmodus verharren und produktive Effekte ausbleiben.

Ohne besseres Wagniskapital droht Europa im globalen Technologiewettlauf der Anschluss.