Hohe Energiepreise beschleunigen energetische Sanierung
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Hohe Energiepreise beschleunigen energetische Sanierung

Hohe Energiepreise dämpfen den Neubau, lösen jedoch eine Welle energetischer Sanierungen aus. Laut einer EZB-Analyse reduzieren Investitionen in Dämmung und Wärmepumpen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und stärken die Resilienz des Bausektors.

Dämmung und Photovoltaik stützen den Baumarkt

Spezialisierte Bauarbeiten machen 75 Prozent der Bauaktivität im Euroraum aus.

Während der Neubau schrumpft, treiben energetische Sanierungen die Erholung.

Allein die Importe von PV-Modulen aus China blieben seit dem Preisschock 2022 auf hohem Niveau, unterstützt durch einen Preisverfall von etwa 5.000 Euro pro Tonne im Jahr 2023 auf 1.700 Euro im Jahr 2026.

In Deutschland stiegen die Anträge auf Gebäudeförderung von März bis Mai 2026 um 16 Prozent zum Vorjahr, Anträge für neue Heizsysteme sogar um 40 Prozent.

Laut EZB-Umfragen planen 14,5 Prozent der Haushalte energetische Sanierungen.

Dabei erhöht ein Anstieg der monatlichen Nebenkosten um 100 Euro die Sanierungswahrscheinlichkeit um 0,8 Prozentpunkte.

Weniger Fos­sil­ab­hän­gig­keit dämpft Inflationsrisiken

Der Anteil fossiler Brennstoffe für Raumwärme im Euroraum sank zwischen 2023 und 2026 um 3,5 Prozentpunkte auf 56 Prozent.

Der European Green Deal zielt darauf ab, die jährliche Sanierungsrate bis 2030 mindestens zu verdoppeln.

Ab 2028 wird zudem der EU-Emissionshandel auf den Gebäudesektor ausgeweitet, was CO2-Emissionen verteuert und Anreize gegen Öl- und Gasheizungen verstärkt.

Für die Geldpolitik hat dieser Wandel direkte Relevanz: Eine verringerte Abhängigkeit von fossilen Energieträgern mildert den Einfluss von Ölpreisschwankungen auf die Inflation.

Grüner Beschleuniger mit Beigeschmack

Die EZB-Analyse zeigt überzeugend, wie Energiekrisen die grüne Transformation im Gebäudesektor beschleunigen.

Der Trend steht jedoch auf wackligen Beinen, da steigende Zinsen und auslaufende Fördermittel die Dynamik bremsen können.

Für die Notenbank ist der Wandel dennoch essenziell, weil er den Inflationsdruck künftiger Preisschocks mindert.