Bargeld-Akzeptanz im Euroraum steigt auf 92 Prozent
ECB Press

Bargeld-Akzeptanz im Euroraum steigt auf 92 Prozent

92 Prozent der Unternehmen mit physischen Verkaufsstellen im Euroraum akzeptieren Bargeld. Laut einer neuen Umfrage der EZB erholt sich die Nutzung nach dem pandemiebedingten Rückgang, während mobile Zahlungen mit 68 Prozent stark zulegen.

Rückkehr des Scheins

Die Akzeptanz von Bargeld im Euroraum verzeichnet ein leichtes Comeback.

Laut der Befragung der Europäischen Zentralbank unter 8.205 Unternehmen aus allen 21 Mitgliedstaaten akzeptieren aktuell 92 Prozent der Betriebe in den Bereichen Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und Unterhaltung Bargeld an physischen Verkaufsstellen.

Im Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei 90 Prozent.

Während die Akzeptanz von Kartenzahlungen im gleichen Zeitraum unverändert bei 88 Prozent verharrte, erlebten mobile Bezahlmethoden einen massiven Schub: Mittlerweile akzeptieren 68 Prozent der Unternehmen Zahlungen per Smartphone oder Smartwatch, verglichen mit lediglich 36 Prozent im Jahr 2024.

Investitionen in den digitalen Wandel

Trotz der hohen Bargeldakzeptanz treiben viele Händler den digitalen Wandel voran.

Ein Viertel der befragten Unternehmen hat gezielte Maßnahmen ergriffen, um bargeldloses Bezahlen zu fördern – etwa durch Investitionen in digitale Kassensysteme oder den Abbau von Bargeldkassen.

Zudem haben 13 Prozent der Betriebe mittlerweile SB-Terminals eingeführt.

Bei der Auswahl der Zahlungsarten entscheiden Händler vor allem nach Kundenwunsch, Sicherheit und Handhabung.

Für Bargeld sprechen dabei aus Sicht der Betriebe weiterhin unschlagbare Vorteile wie Anonymität und Ausfallsicherheit.

Pragmatismus schlägt Verbot

Die Zahlen widerlegen das voreilige Totensagen des Bargelds.

Unternehmen erkennen, dass Anonymität und Ausfallsicherheit durch keine App ersetzt werden können.

Der Siegeszug mobiler Zahlungen zeigt jedoch, dass Bargeld ohne gesetzlichen Schutz weiter an Boden verliert.