Warum deutsche Bundesanleihen im Repo-Markt extrem teuer wurden
Eine neue EZB-Studie untersucht die Ursachen für extreme Engpässe bei deutschen Bundesanleihen im Repo-Markt zwischen 2016 und 2023. Die Autoren zeigen, wie die Deutsche Finanzagentur durch gezielte Repo-Geschäfte Knappheit abfederte, während Marktsegmentierung und Hedgefonds-Nachfrage die Wirkung begrenzte.
Vierfache Wirkung im geldpolitischen Spannungsfeld
Zwischen 2016 und 2023 erlebte der Repo-Markt für deutsche Bundesanleihen extreme Phasen von Kollateralknappheit und extremer Spezialisierung.
Die Studie weist nach, dass Eurosystem-Käufe die Repo-Sätze rund viermal stärker drücken als Transaktionen der Deutschen Finanzagentur (DF A) – konkret sinkt der Satz um etwa 0,4 Basispunkte je ein Prozent Free Float.
Dagegen erhöht die DF A durch temporäre Wertpapierleihen im Repo-Geschäft die Sätze um etwa 0,2 Basispunkte je ein Prozent des ausstehenden Volumens.
Diese gezielten Interventionen der Finanzagentur wirkten als wirksames Gegengewicht zu den verzerrenden Effekten der geldpolitischen Anleihenkäufe.
Hedgefonds-Ansturm trifft auf fragmentierte Märkte
Trotz massiver Aufstockungen des Angebots durch die Finanzagentur blieben die Repo-Zinsen in den Jahren 2022 und 2023 historisch niedrig.
Grund dafür war ein massiver Anstieg der Nachfrage nach spezifischen Bundesanleihen durch Hedgefonds für Arbitrage- und Absicherungsstrategien.
Da diese Nachfrage über nur wenige spezialisierte Banken abgewickelt wurde und der Repo-Markt stark segmentiert ist, reichte die erhöhte Gesamtmenge an Sicherheiten nicht aus, um die Engpässe vollständig auszugleichen.
Preisversicherung Fehlanzeige
Die Studie offenbart die Grenzen staatlicher Liquiditätshilfen im modernen Finanzsystem.
Öffentliche Fazilitäten garantieren zwar die Verfügbarkeit von Sicherheiten, verhindern aber keine überhöhten Knappheitspreise.
Zentralbanken und Schuldenmanager müssen ihre Instrumente künftig enger aufeinander abstimmen.