Leitzinsen bleiben unverändert angesichts hoher Energiepreise
ECB Press

Leitzinsen bleiben unverändert angesichts hoher Energiepreise

Die Europäische Zentralbank hat am 23. Juli 2026 beschlossen, die drei Leitzinsen unverändert zu lassen. EZB-Präsidentin Lagarde verwies auf anhaltende Unsicherheiten durch den Energieschock und eine Teuerungsrate von 2,8 Prozent im Juni.

Energiekrise dämpft den Ausblick

Die EZB belässt die drei Leitzinsen auf ihrem aktuellen Niveau.

Die Teuerungsrate sank im Juni zwar auf 2,8 Prozent nach 3,2 Prozent im Mai, doch der Energieschock aus dem Nahen Osten wirkt weiter nach.

Die Energiepreisinflation betrug im Juni 8,5 Prozent, während die Kerninflation bei 2,4 Prozent lag.

Präsidentin Lagarde betonte bei der Pressekonferenz in Frankfurt, dass die vollständigen Effekte des Schocks noch nicht absehbar seien.

Die Notenbank verfolgt weiterhin einen datenabhängigen Kurs von Sitzung zu Sitzung und legt sich auf keinen Zinspfad fest.

Die Risiken für das Wachstum sind abwärts gerichtet, während Inflationsrisiken bestehen bleiben.

Robuste Arbeitsmärkte, gedämpftes Wachstum

Die Wirtschaftsaktivität zeigt im zweiten Quartal leichte Verbesserungen, gestützt durch den Dienstleistungssektor und Rüstungsausgaben.

Die Arbeitslosenquote verharrte im Mai bei historisch niedrigen 6,2 Prozent.

Gleichzeitig zogen die Finanzierungsbedingungen leicht an: Die Bankkredite an Unternehmen wuchsen im Jahresvergleich um 4,0 Prozent, während die Kreditstandards für Firmenkredite und Hypotheken im zweiten Quartal verschärft wurden.

Die Notenbank fordert dringende Strukturreformen und die Vollendung der Kapitalmarktunion.

Abwarten in turbulenten Zeiten

Die Zinspause war angesichts der geopolitischen Unwägbarkeiten folgerichtig, aber eine Entwarnung ist das nicht.

Der anhaltende Energieschock droht die Teuerung hartnäckig über dem Zielwert zu halten.

Für den Markt bedeutet dies eine längere Phase geldpolitischer Ungewissheit.