Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben
ECB Rede

Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben

Der EZB-Rat hat die drei Leitzinssätze um jeweils 25 Basispunkte angehoben. EZB-Präsidentin Christine Lagarde begründete den Schritt in Berlin mit anhaltendem Inflationsdruck infolge des Nahost-Konflikts und sprunghaft gestiegener Energiepreise.

Reaktion auf den zweiten Teuerungsschub

Die Teuerungsrate im Euroraum kletterte im August auf 3,3 Prozent nach 2,9 Prozent im Juli, getrieben von einem Anstieg der Energiepreisinflation auf 14,3 Prozent.

Der EZB-Rat reagiert mit einer Anhebung aller drei Leitzinssätze um 25 Basispunkte.

Lagarde betonte die Entschlossenheit der Notenbank: „Die heutige Entscheidung unterstreicht unsere Verpflichtung, eine mittelfristige Stabilisierung der Inflation bei zwei Prozent zu sichern.“

Für die kommenden Sitzungen legte sich das Gremium nicht fest, sondern bleibt datenabhängig.

Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel ging im August leicht auf 2,4 Prozent zurück, während die Dienstleistungsinflation von 3,3 auf 3,0 Prozent nachgab.

Höhere Teuerung bis 2028 erwartet

Die neuen Projektionen der Notenbank-Experten sehen die Gesamtinflation bei durchschnittlich 3,0 Prozent im Jahr 2026, 2,5 Prozent 2027 und 2,1 Prozent 2028.

Damit wurden die Erwartungen für 2027 und 2028 nach oben korrigiert.

Für das Wirtschaftswachstum veranschlagt die EZB 0,9 Prozent für 2026, gefolgt von 1,4 Prozent 2027 und 1,5 Prozent 2028.

Am Kreditmarkt verteuerten sich Unternehmenskredite im Juni und Juli auf 3,8 Prozent, während die Zinsen für Wohnungsbaukredite bei 3,5 Prozent verharrten.

Gefangen in der Energiepreis-Falle

Die EZB reagiert reflexhaft mit Zinserhöhungen auf einen geopolitisch getriebenen Energieschock.

Das dämpft zwar Zweitrundeneffekte, belastet jedoch die ohnehin fragile Unternehmenskonjunktur zusätzlich.

Frankfurt riskiert eine Bremsung des Wachstums gegen ein Problem, das Geldpolitik kaum heilen kann.

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