Lagarde verteidigt Zinserhöhung bei 3,3 Prozent Inflation
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat die jüngste Zinserhöhung mit der hartnäckigen Inflation von 3,3 Prozent im Euroraum begründet. Im Interview mit Ouest-France verwies sie am 12. September 2026 auf anhaltende Energieschocks und mahnte zugleich europäische Strukturreformen an.
Dauerhafter Energieschock treibt Teuerung
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat die jüngste Anhebung der Leitzinsen verteidigt.
Mit 3,3 Prozent liege die Teuerungsrate im Euroraum deutlich über dem mittelfristigen Ziel von 2,0 Prozent.
Als Haupttreiber nannte Lagarde einen langanhaltenden Schock durch den Nahostkonflikt und weltweite Raffinerieausfälle, vor allem in Russland.
Kritik an Wachstumsrisiken für schwächere Mitgliedstaaten wie Frankreich wies sie zurück: Die Geldpolitik müsse den gesamten Euroraum steuern.
„In dieser Situation sind wir zu einer Reaktion verpflichtet“, sagte Lagarde.
Höhere Energiekosten trieben die Preise auf breiter Front, weshalb die Zentralbank trotz gedämpfter Konjunkturaussichten handeln müsse.
Produktivität, KI-Risiken und Reformbedarf
Neben der Zinspolitik forderte Lagarde rasche Reformen bei Renten, Bürokratieabbau und der Kapitalmarktunion.
Den demografischen Wandel müsse Europa durch höhere Produktivität ausgleichen.
Zugleich warnte sie vor Bewertungsblasen bei Künstlicher Intelligenz, betonte jedoch die Stabilität europäischer Banken.
Ideen über einen staatlichen Schuldenerlass bezeichnete sie als vertragswidrig und gefährlich.
Lagarde bekräftigte zudem ihren Abschied von der EZB zum Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027.
Klare Kante gegen nationale Sonderwünsche
Lagarde stellt die Inflationsbekämpfung kompromisslos über nationale Konjunktursorgen.
Ihre scharfe Absage an Schuldenstreichungen schützt die institutionelle Glaubwürdigkeit der Notenbank vor politischer Einflussnahme.
Der Appell für mehr Produktivität benennt Europas eigentliche Wachstumsbremse treffend.
Quelle: Christine Lagarde: Interview with Ouest-France
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