Vernetzte Bezahlsysteme steigern Außenhandel um 4 Prozent
ECB Studie

Vernetzte Bezahlsysteme steigern Außenhandel um 4 Prozent

Die Verknüpfung nationaler Echtzeitzahlungssysteme steigert den bilateralen Warenhandel um durchschnittlich vier Prozent. Dies zeigt eine Studie der Europäischen Zentralbank auf Basis von über 2.000 grenzüberschreitenden Zahlungsverbindungen in mehr als 150 Ländern.

Vier Prozent mehr Exportvolumen

Die Verknüpfung nationaler Schnellzahlsysteme kurbelt den Außenhandel spürbar an: Länder mit vernetzten Infrastrukturen handeln rund vier Prozent mehr miteinander als nicht verbundene Staaten.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Europäischen Zentralbank anhand von Daten aus über 150 Ländern zwischen 2021 und 2024.

Der Effekt entspricht etwa der Hälfte eines formellen Freihandelsabkommens, das den Handel üblicherweise um fünf bis sieben Prozent steigert.

Bei Währungsunionen liegt der Zuwachs bei zwölf bis 16 Prozent.

Vor allem Systeme, die auch Großbetragszahlungen für Unternehmen abwickeln, treiben das Handelsvolumen.

Reine Retail-Systeme nützen hingegen vorrangig privaten Überweisungen.

Ausweg aus der Gebührenfalle

Internationale Zahlungen laufen bisher meist über komplexe Ketten von Korrespondenzbanken.

Das verursacht hohe Kosten und Verzögerungen von mehreren Tagen.

Überweisungen nach Subsahara-Afrika kosten im Schnitt über acht Prozent der Summe.

Von einer direkten Anbindung profitieren deshalb vor allem kleinere Volkswirtschaften und Regionen mit hohen Transaktionsgebühren, da sich globale Großbanken dort zunehmend zurückziehen.

Einheitliche technische Standards wie ISO 20022 senken die Hürden für neue Verknüpfungen.

Technik schlägt Bürokratie

Die Ergebnisse liefern das überfällige ökonomische Fundament für milliardenschwere Investitionen in Zahlungsinfrastrukturen.

Wenn technische Interoperabilität halbe Freihandelsabkommen ersetzt, müssen Zentralbanken die Vernetzung politisch zur Chefsache machen.

Wer hier trödelt, bremst den eigenen Außenhandel unnötig aus.

Quelle: Connecting payment systems, linking economies

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