Erklärvideo erhöht digitale Euro-Akzeptanz um 12 Prozentpunkte
ECB Paper

Erklärvideo erhöht digitale Euro-Akzeptanz um 12 Prozentpunkte

Ein kurzes Erklärvideo steigert die Bereitschaft europäischer Verbraucher zur Nutzung des digitalen Euro direkt um 12 Prozentpunkte. Laut einer EZB-Studie verpufft dieser Effekt jedoch nach drei Monaten weitgehend, sofern die Information nicht wiederholt wird.

Kurze Lerneffekte bei der Akzeptanz

Eine Studie der Ökonomen Dimitris Georgarakos, Geoff Kenny, Luc Laeven und Justus Meyer untersucht die Einstellung von 19.000 Haushalten zum digitalen Euro.

Ein Experiment aus dem Consumer Expectations Survey zeigt: Ein 93 Sekunden langes Video erhöht die unmittelbare Nutzungsbereitschaft im Schnitt um 12 Prozentpunkte.

Bei Zahlungen zwischen Privatpersonen stieg die Zustimmung um 17 Prozentpunkte, beim Gehaltsempfang um 7 Prozentpunkte.

Allerdings verfliegt dieser Effekt schnell: Bei einer Nachbefragung im Juni 2024 war der Einfluss nach drei Monaten weitgehend verblasst.

Zudem riefen nur 38 Prozent der Befragten nach dem Video freiwillig weitere Informationen ab.

Sicherheitsnetz statt Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt

Die Studie zeigt, dass der digitale Euro nicht zu massiven Umschichtungen von Bankeinlagen führt.

Bei einem Finanzgewinn von 10.000 Euro wiesen Befragte im Schnitt nur 3 bis 4 Prozent dem neuen Zahlungsmittel zu.

Auch Haltungslimits zwischen 1.000 und 10.000 Euro veränderten die Asset-Verteilung kaum, da der digitale Euro primär als Transaktionsmittel und nicht als Geldanlage gesehen wird.

Größte Hürde bleibt die Macht der Gewohnheit: 43 Prozent der Nicht-Nutzer sind mit bestehenden Zahlungsarten vollkommen zufrieden.

Aufklärung erfordert langen Atem

Die EZB steht vor einer Hürde, da Bekanntheit keineswegs automatisch zu echter Nutzung führt.

Einmalige Videokampagnen verpuffen rasch und erreichen sozial schwächere Gruppen kaum.

Ohne dauerhafte Aufklärung droht das Projekt an verkrusteten Bezahlgewohnheiten zu scheitern.