Visa Europe unter EZB-Aufsicht und Schnabel wechselt zum IWF
Der EZB-Rat stuft das Zahlungssystem von Visa Europe als systemrelevant ein und billigt den Start der DLT-Abwicklungsplattform Pontes. Zudem tritt Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel zum Jahresanfang 2027 für einen Wechsel zum Internationalen Währungsfonds zurück.
Überwachung für Visa und DLT-Abwicklung
Mit Beschluss ECB/2026/22 unterstellt der EZB-Rat das Zahlungssystem von Visa Europe der direkten Aufsicht des Eurosystems mit der EZB als federführender Behörde.
Zugleich startete am 21. September 2026 der Pilotbetrieb von Pontes, einer Plattform zur Abwicklung von Großbetragstransaktionen in tokenisierten Vermögenswerten über Zentralbankgeld.
Für den digitalen Euro leitete die Notenbank zwei Interessenbekundungsverfahren ein: Händler im Online- und Mobilhandel können sich bis zum 27. Oktober 2026 bewerben, Technologieunternehmen bis zum 9. November 2026.
Zudem prüft das Eurosystem eine Verknüpfung des Instant-Payment-Systems TIPS mit dem brasilianischen Pix-Netzwerk.
Schnabels Wechsel und neue Rahmenregeln
Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel wechselt am 4. Januar 2027 als Direktorin für Geld- und Kapitalmärkte zum IWF; das Ethikkomitee sah keinen Interessenkonflikt und verzichtete auf eine Abkühlphase.
Im Bereich der Geldpolitik treten am 30. November 2026 überarbeitete Leitlinien für den operationellen Rahmen und Bewertungsabschläge in Kraft.
Parallel schlossen knapp zehn Millionen Bürger die Umfrage zur Neugestaltung der Euro-Banknoten ab, was 2,6 Prozent der Bevölkerung des Euroraums entspricht.
Operative Weichenstellung ohne Verzug
Die Beschlüsse treiben die Modernisierung der Marktinfrastruktur bei DLT und Zahlungsverkehr voran.
Schnabels nahtloser Wechsel zum IWF ohne Karenzzeit sendet dabei governance-politisch ein heikles Signal.
Der Pontes-Betrieb schafft nun Fakten für die Abwicklung tokenisierter Assets.
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