EZB-Umfrage zu Konsumentenerwartungen: Pilotphase erfolgreich, Ausbau geplant
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre neue Konsumentenerwartungs-Umfrage (CES) nach einer erfolgreichen Pilotphase von Januar 2020 bis Juni 2021 positiv evaluiert. Die Umfrage soll nun bis Ende 2023 weiterentwickelt und ausgebaut werden.
Erfolgreicher Start für die Konsumenten-Umfrage
Die Consumer Expectations Survey (CES) der Europäischen Zentralbank (EZB) ist ein neues Instrument zur Analyse des Wirtschaftsverhaltens und der Erwartungen von Haushalten im Euroraum.
Die Online-Umfrage, die im Januar 2020 als Pilotprojekt startete, deckt wichtige Bereiche wie Konsum, Einkommen, Inflation, BIP-Wachstum, Arbeits- und Immobilienmarkt sowie Konsumentenfinanzen ab.
In der Pilotphase wurden 10.000 Personen in den sechs größten Euroraum-Ländern befragt.
Die CES erwies sich als besonders nützlich während der COVID-19-Pandemie, um Informationen über die Auswirkungen der Krise auf Haushalte und die Wirksamkeit politischer Maßnahmen zu sammeln.
Die Umfrage erfasst auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die EZB und deren Wissen über geldpolitische Ziele.
Die positive Evaluierung der Pilotphase führte dazu, dass der EZB-Vorstand im März 2021 die Fortsetzung der CES nach dem Ende der Pilotphase im Juni 2021 beschloss.
Dies unterstreicht die hohe Qualität der Daten und die Fähigkeit, wichtige Wissenslücken zu schließen.
Ausbau und internationale Kooperation
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Pilotphase tritt die CES in eine neue Entwicklungsphase von Juli 2021 bis Dezember 2023 ein.
Ziel ist es, die Stichprobengröße zu erhöhen, die Länder- und Themenabdeckung zu erweitern und die Datenqualität weiter zu verbessern.
Die EZB hat für die Durchführung der Umfrage Ipsos Public Affairs beauftragt und dabei auf internationale Best Practices, wie die Survey of Consumer Expectations der New York Fed, zurückgegriffen.
Die modulare Struktur der Umfrage ermöglicht eine flexible Datenerhebung zu unterschiedlichen Frequenzen.
Zukünftig ist geplant, wichtige aggregierte Ergebnisse auf der EZB-Website zu veröffentlichen und die anonymisierten Mikrodaten externen Forschern zugänglich zu machen.
Herausforderungen bestehen noch bei der Erfassung älterer und weniger gebildeter Befragter, was in der nächsten Phase optimiert werden soll.
Ein Gewinn für die EZB-Analyse
Die CES stellt einen wichtigen Fortschritt für die EZB dar, um ein tieferes Verständnis der Haushaltserwartungen zu gewinnen.
Die Flexibilität der Online-Plattform, auch in Krisenzeiten wie der Pandemie, hat ihren Wert bewiesen und liefert dringend benötigte mikroökonomische Daten.
Der geplante Ausbau und die Öffnung für externe Forscher werden die Relevanz der Umfrage für die Geldpolitik und die Finanzstabilität weiter erhöhen.