Inflationsewartungen auf 3,0 Prozent gesunken
Die Inflationserwartungen der Verbraucher im Euroraum sind im Juni spürbar zurückgegangen. Laut der EZB-Umfrage sinkt der Erwartungswert für die nächsten zwölf Monate auf 3,0 Prozent.
Inflationsewartungen auf Talfahrt
Im Juni ging die wahrgenommene Inflation der vergangenen zwölf Monate laut der EZB-Verbraucherbefragung auf 3,6 Prozent zurück, nach 4,0 Prozent im Vormonat.
Auch die Medianerwartungen für die kommenden zwölf Monate sanken deutlich von 3,5 auf 3,0 Prozent.
Die Erwartungen für die Inflation auf drei Sicht sanken leicht auf 2,8 Prozent, während der Fünfjahreshorizont unverändert bei 2,4 Prozent verharrte.
Gleichzeitig nahmen die Verbraucher ein leichtes Plus beim nominalen Einkommenswachstum auf 1,1 Prozent wahr, während das erwartete Ausgabenwachstum auf 3,6 Prozent nachgab.
Jüngere Befragte und Besserverdienende berichteten weiterhin über niedrigere Inflationswahrnehmungen als ältere und einkommensschwache Gruppen.
Leichte Entspannung am Arbeitsmarkt
Bei der Konjunktur zeigen sich leichte Aufwärtstendenzen: Die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten verbesserten sich im Juni auf minus 1,4 Prozent, verglichen mit minus 1,7 Prozent im Mai.
Die erwartete Arbeitslosenquote ging minimal auf 11,2 Prozent zurück.
Am Immobilienmarkt rechnen Verbraucher mit einer schwächeren Preissteigerung von 3,4 Prozent, während die Prognosen für Hypothekenzinsen leicht auf 5,0 Prozent stiegen.
Entlastung ohne Entwarnung
Die sinkenden Inflationserwartungen spiegeln das nachlassende Preiswachstum wider, ohne dass die Teuerung bereits vollständig gebannt wäre.
Besonders einkommensschwache Haushalte bleiben durch hohe Lebenshaltungskosten und gestiegene Hypothekenzinsen stark belastet.
Für die Geldpolitik der EZB bleiben diese divergierenden Wahrnehmungen ein kritischer Indikator im anhaltenden Disinflationsprozess.