Euroraum wächst 2026 um 0,9 Prozent bei 3,0 Prozent Inflation
ECB Daten

Euroraum wächst 2026 um 0,9 Prozent bei 3,0 Prozent Inflation

Die EZB-Stabsprojektionen vom September 2026 prognostizieren für den Euroraum ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent für 2026 und 1,4 Prozent für 2027. Die Gesamtinflation soll im laufenden Jahr 3,0 Prozent erreichen und über 2,5 Prozent 2027 bis 2028 auf 2,1 Prozent sinken.

Wachstum trotzt dem Energieschock

Die EZB-Mitarbeiter heben die Wachstumsprognose für das reale BIP im Euroraum für 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent und für 2027 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent an.

Für 2028 bleibt die Erwartung bei 1,5 Prozent.

Die Gesamtrate der Inflation (HVPI) soll nach 2,1 Prozent im Vorjahr 2026 auf 3,0 Prozent klettern, im vierten Quartal 2026 einen Spitzenwert von 3,6 Prozent markieren und 2027 auf 2,5 Prozent fallen.

Für 2028 wird eine Teuerung von 2,1 Prozent projiziert, bereinigt um das neue Emissionshandelssystem ETS2 liegt der Wert bei 1,9 Prozent.

Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel verharrt 2026 bei 2,5 Prozent und 2027 bei 2,6 Prozent, ehe sie 2028 auf 2,3 Prozent nachgibt.

Der Arbeitsmarkt bleibt robust: Die Arbeitslosenquote soll von 6,2 Prozent 2026 bis 2028 auf das historische Tief von 5,9 Prozent sinken.

Fiskalimpulse gegen geopolitischen Gegenwind

Getragen wird die Konjunktur von steigenden Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur vor allem in Deutschland, die das Wachstum von 2025 bis 2028 kumuliert um 0,5 Prozentpunkte stützen.

Gleichzeitig belasten geopolitische Risiken wie die Blockade der Straße von Hormus und hohe Gaspreise den Ausblick.

Für den Fall einer Eskalation modelliert die EZB ein schweres Szenario: Bei anhaltenden Lieferausfällen würde die Inflation 2027 auf 5,4 Prozent emporschnellen, während das BIP-Wachstum auf 0,4 Prozent einbricht.

Fragile Zuversicht auf tönernen Füßen

Die EZB-Projektion zeichnet ein bemerkenswert optimistisches Bild der Resilienz, unterschätzt dabei jedoch das Risiko hartnäckiger Zweitrundeneffekte bei den Löhnen.

Sollte sich der Nahost-Konflikt weiter verschärfen, wird der prognostizierte Rückgang der Teuerung zur reinen Makulatur.

Für die Geldpolitik bedeutet dies, dass Zinssenkungen vorerst auf extrem dünnem Eis stehen.

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