Tariflöhne steigen im ersten Halbjahr 2027 um 2,7 Prozent
Der Lohn-Tracker der EZB signalisiert für das erste Halbjahr 2027 einen Anstieg der Tariflöhne um 2,7 Prozent im Euroraum. Für das Gesamtjahr 2026 beziffert der Indikator mit geglätteten Einmalzahlungen das Lohnwachstum auf 2,2 Prozent bei einer Beschäftigtenabdeckung von 46,9 Prozent.
Leichter Anstieg der Tarifgehälter im Visier
Die Europäische Zentralbank hat den Prognosehorizont ihres Lohn-Trackers bis Ende Juni 2027 verlängert.
Die Daten signalisieren für das erste Quartal 2027 ein Tariflohnwachstum von 2,7 Prozent und für das zweite Quartal 2,8 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 weist der Indikator mit geglätteten Einmalzahlungen ein Plus von 2,2 Prozent aus, nach 2,6 Prozent bei unbereinigten Einmalzahlungen.
Im Vorjahr 2025 lag dieser Wert noch bei 3,0 Prozent.
Der Indikator ohne Einmalzahlungen liegt für 2026 bei durchschnittlich 2,6 Prozent.
Das gedämpfte Wachstum im ersten Halbjahr 2026 resultiert aus dem statistischen Auslaufen von Sonderzahlungen aus dem zweiten Halbjahr 2024.
Im Vergleich zur Juli-Veröffentlichung gab es für 2026 leichte Abwärtsrevisionen.
Geringe Datenbasis bremst Aussagekraft
Die Datenabdeckung umfasst neun Euro-Länder, darunter Deutschland, Frankreich und Italien.
Für 2026 sind 46,9 Prozent der Arbeitnehmer erfasst.
Für 2027 sinkt die Quote jedoch deutlich auf 32,5 Prozent im ersten und 25,1 Prozent im zweiten Quartal.
Die EZB betont daher, dass die Zukunftsdaten keine vollwertige Prognose darstellen, sondern ausschließlich bestehende Tarifverträge abbilden.
Laut den September-Projektionen der EZB-Experten soll das Arbeitnehmerentgelt im gesamten Euroraum 2026 um 3,3 Prozent steigen.
Nur ein vorläufiges Schlaglicht
Der Tracker signalisiert eine willkommene Beruhigung beim Lohndruck.
Für 2027 ist die Datenbasis mit unter 30 Prozent Abdeckung allerdings noch viel zu dünn für geldpolitische Entwarnung.
Währungshüter dürfen die vorläufigen Zahlen daher keinesfalls als gesicherten Trend missverstehen.