Tariflöhne steigen bis September 2027 dauerhaft um 2,8 Prozent
Der Lohnindikator der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt ohne Einmalzahlungen für die ersten drei Quartale 2027 ein Tariflohnwachstum von 2,8 Prozent nach 2,6 Prozent im Gesamtjahr 2026. Die erfassten Tarifverträge reichen bis September 2027.
Lohnplus bei sinkender Abdeckung
Der Hauptindikator glättet Einmalzahlungen über zwölf Monate und zeigt für 2026 ein Tariflohnwachstum von 2,3 Prozent bei 46,2 Prozent Beschäftigtenabdeckung.
Im zweiten Halbjahr 2026 beträgt er 2,7 Prozent bei 45,6 Prozent Abdeckung, im ersten Halbjahr 2027 dann 2,8 Prozent bei 31,8 Prozent Abdeckung.
Für das dritte Quartal 2027 sinkt er auf 2,4 Prozent; die Abdeckung beträgt nur noch 23,3 Prozent.
Ohne Einmalzahlungen geht das Wachstum von 2,9 Prozent im ersten Halbjahr 2027 auf 2,5 Prozent im dritten Quartal zurück.
Mit ungeglätteten Einmalzahlungen sinkt es von 2,7 auf 2,4 Prozent; auch im Gesamtjahr 2026 beträgt es 2,7 Prozent.
Gegenüber September 2026 steigt der Hauptindikator für die beiden Halbjahre im Schnitt um rund 0,1 Prozentpunkte.
Einmalzahlungen verzerren den Jahresvergleich
Die Daten berücksichtigen Tarifabschlüsse bis Mitte Oktober 2026 aus neun Euro-Ländern.
Nicht wiederholte Einmalzahlungen aus dem zweiten Halbjahr 2024 drücken den Hauptindikator Anfang 2026 mechanisch; dieser Effekt entfällt im zweiten Halbjahr vollständig.
Die September-Projektionen der EZB nennen für 2026 einen Anstieg des Arbeitnehmerentgelts je Beschäftigten um 3,3 Prozent.
Die nächste Veröffentlichung am 18. Dezember 2026 erweitert den Horizont auf das Gesamtjahr 2027.
Neue Abschlüsse erhöhen schrittweise die Abdeckung.
Vertragsdaten sind keine Prognose
Der Ausblick erfasst nur bereits vorliegende Tarifverträge und ist laut EZB keine Prognose.
Die geringe Abdeckung begrenzt die Aussagekraft für das dritte Quartal 2027.
Revisionen und Abweichungen vom gesonderten Indikator der Tariflohnentwicklung bleiben möglich.