Elderson fordert mehr Kapital für den Schutz natürlicher Ressourcen
ECB Rede

Elderson fordert mehr Kapital für den Schutz natürlicher Ressourcen

75 Prozent der Unternehmenskredite im Euroraum gehen an stark von Ökosystemleistungen abhängige Firmen. Frank Elderson forderte am 26. Oktober 2026 bei der COP17 in Jerewan mehr Investitionen in Naturschutz und die Steuerung naturbezogener Finanzrisiken.

Wasserknappheit trifft Produktion und Preise

72 Prozent der Unternehmen im Euroraum hängen von mindestens einer Ökosystemleistung ab, erklärte das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB).

Laut Weltbank beruht bis zur Hälfte des weltweiten BIP auf Biodiversität, Naturkapital und Ökosystemleistungen.

Eine Studie mit der London School of Economics und der Universität Oxford beziffert die bei einer hundertjährlichen Dürre gefährdete Wirtschaftsleistung im Euroraum auf bis zu 24 Prozent.

Fast 12 Prozent sind unzureichendem Hochwasserschutz ausgesetzt.

Die Europäische Kommission veranschlagt gesellschaftliche Kosten anhaltender PFAS-Verschmutzung bis 2050 auf bis zu 440 Mrd. Euro; allein die Wasseraufbereitung könne über 1 Bio. Euro kosten.

Hitze und Dürre erhöhen laut EZB zudem die Aufwärtsrisiken für Lebensmittelpreise.

Banken erkennen Risiken, handeln aber lückenhaft

Mehr als 90 Prozent der EZB-beaufsichtigten Banken sehen wesentliche Klima- und Naturrisiken.

Alle haben grundlegende Verfahren zur Erfassung und Steuerung eingerichtet.

Zwei Drittel verknüpfen ihre Wesentlichkeitsprüfung für Naturrisiken jedoch nicht systematisch mit einer Risikomanagementreaktion; nur wenige definieren entsprechende Risikoindikatoren.

Elderson verwies auf das Netzwerk zur Ökologisierung des Finanzsystems (NGFS): 152 Zentralbanken und Aufseher aus über 95 Ländern sowie 24 Beobachter entwickeln gemeinsame Ansätze.

Ein Kompendium enthält 35 Praxisbeispiele und sechs Fallstudien.

Naturkapital trägt wirtschaftliche Widerstandskraft

Elderson versteht Naturschutz als Investition in Produktionsfähigkeit, nicht als konkurrierende Ausgabe.

Laut UN-Umweltprogramm müssen jährliche Investitionen in naturbasierte Lösungen von rund 220 Mrd. Dollar 2023 auf 571 Mrd. Dollar 2030 steigen.

Das entspricht mehr als dem Zweieinhalbfachen.

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