Strom aus Erneuerbaren erreicht Rekordwert von 47 Prozent in der EU
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Strom aus Erneuerbaren erreicht Rekordwert von 47 Prozent in der EU

Erneuerbare Energien generierten 2024 rekordverdächtige 47 Prozent des EU-Stroms. Ein neuer Beitrag im EZB-Blog mahnt jedoch, dass die Gesamtwirtschaft wegen der geringen Elektrifizierung von 23 Prozent weiterhin anfällig für fossile Preisschocks bleibt.

Günstiger Grünstrom trifft trägen Verbrauch

Im Jahr 2024 stammten 47 Prozent des EU-Stroms aus erneuerbaren Quellen, wobei 91 Prozent der neuen Projekte günstiger waren als fossile Alternativen.

Trotz dieses Fortschritts macht Elektrizität seit einem Jahrzehnt unverändert nur etwa 23 Prozent des Endenergieverbrauchs in Europa aus.

Allein 2025 gab die EU 336,7 Milliarden Euro für Energieimporte aus, ergänzt um weitere 27 Milliarden Euro für fossile Brennstoffe seit Beginn des Iran-Kriegs.

Um die Abhängigkeit von schwankenden Importpreisen zu senken, peilt die EU bis 2040 eine Elektrifizierungsquote von 46 Prozent an.

Dies erfordert jedoch massiven Ausbau von Stromnetzen und Speichern.

Geldpolitik leidet unter fossilen Schocks

Aus den Ölkrisen der 1970er Jahre folgt, dass reine Lieferdiversifizierung ohne strukturellen Wandel unzureichend bleibt.

Externe Energieschocks treffen die Euroraum-Wirtschaft hart und können die Inflation hartnäckig verankern.

Wenn Unternehmen und Haushalte Preise sowie Löhne anpassen, gerät die Notenbank unter Zugzwang.

Je geringer die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus dem Ausland ist, desto seltener muss die Geldpolitik mit restriktiven Maßnahmen auf angebotsseitige Preisschocks reagieren.

Grüne Erzeugung ist erst die halbe Miete

Die Analyse trifft den wunden Punkt der europäischen Transformation.

Solange sauberer Strom nicht in Haushalten und Industrie ankommt, bleibt Europa anfällig für Preisschocks.

Ein beschleunigter Netzausbau ist daher kein Beiwerk, sondern eine geldpolitische Notwendigkeit.