Nahrungsmittelinflation soll 2027 auf 3,4 Prozent steigen
Nach 1,3 Prozent im September sehen die Projektionen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Nahrungsmittelinflation im dritten Quartal 2027 bei 3,4 Prozent. Ein Blogbeitrag vom 20. Oktober 2026 erläutert den Preisdruck durch Energie und Extremwetter.
Energie und Wetter erhöhen Preisdruck
Die Nahrungsmittelinflation sank von 2,6 Prozent im Januar 2026 auf 1,1 Prozent im August und stieg im September auf 1,3 Prozent.
Gute Ernten 2025 und niedrigere Weltmarktpreise wirkten noch nach.
Die Gesamtinflation stieg seit Januar von 1,7 auf 3,8 Prozent; Energie verteuerte sich im September um 18,9 Prozent.
Der Nahostkonflikt und die Blockade der Straße von Hormus verteuern Energie und Dünger.
Diese Kosten erreichen Lebensmittel zeitverzögert.
Hitze und Dürre erhöhen laut EZB-Schätzungen die Nahrungsmittelinflation im kommenden Jahr um 0,3 bis 0,8 Prozentpunkte.
Unverarbeitete Lebensmittel verteuerten sich im September um 4 Prozent, verarbeitete um 0,4 Prozent.
Alle betrachteten Modelle prognostizieren für 2027 einen Anstieg, unterscheiden sich aber beim Verlauf.
Der Einkauf bleibt dauerhaft teurer
Nahrungsmittel kosten im Euroraum rund 30 Prozent mehr als Ende 2021: In Finnland beträgt der Anstieg rund 24 Prozent, in Estland rund 48 Prozent.
Die Reallöhne haben ihr Niveau vor dem Inflationsschub wieder erreicht, ihre Kaufkraft für Lebensmittel jedoch nicht.
Im Eurobarometer vom 22. September 2026 nannten 55 Prozent bezahlbare Lebensmittel als vorrangige EU-Aufgabe.
Der Beitrag verweist auf schwächere Nachfrage und einen kleineren Energieschock als 2022.
Die EU beschloss im Juli Hilfen für bis zu 80 Prozent der zusätzlichen Düngerkosten.
Niedrige Rate, hohe Belastung
Sinkende Nahrungsmittelinflation bedeutet keine Rückkehr zum früheren Preisniveau.
Laut EZB-Projektionen erreicht der nächste Inflationsgipfel nur etwa ein Fünftel des Höchststands nach Beginn von Russlands Krieg gegen die Ukraine.
Häufig gekaufte Lebensmittel prägen dem Blog zufolge weiterhin die Inflationswahrnehmung.
Quelle: Has food inflation lost its bite?
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