US-Importzölle senken Produktion im verarbeitenden Gewerbe
ECB Paper

US-Importzölle senken Produktion im verarbeitenden Gewerbe

Eine neue EZB-Studie untersucht die Übertragung von US-Importzöllen über das inländische Produktionsnetzwerk. Die Autoren zeigen, dass Zölle über Rückwärts- und Vorwärtsverflechtungen zu herben Produktionsrückgängen führen.

Kostenfalle und Nachfrageschwund

US-Importzölle wirken sich über zwei spezifische Kanäle auf das verarbeitende Gewerbe aus, wie eine neue EZB-Studie zeigt.

Über den Rückwärtskanal führen Zölle auf Importgüter zu steigenden Vorleistungskosten für inländische Betriebe, was die Produzentenpreise erhöht und die Ausbringungsmenge drückt.

Gleichzeitig greift der Vorwärtskanal: Wenn abnehmende Sektoren ihre Produktion wegen höherer Kosten drosseln, bricht für deren Zulieferer die Nachfrage weg.

Entgegen dem politischen Ziel, heimische Industrien zu schützen, belegen die Daten der Jahre 2004 bis 2020 markante Produktionskontraktionen.

Die Studie widerlegt damit den klassischen Schutzargument-Ansatz für Zölle.

Netzwerkeffekte schlagen Protektion

Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher einen Datensatz von 71 US-Industrien zwischen Januar 2004 und Januar 2020.

Dabei zeigt sich, dass intra- und intersekto-rale Verflechtungen entscheidend für die Schockübertragung sind.

Während Preissteigerungen vor allem bei direkten Vorleistungskosten durchschlagen, dämpft der Nachfragerückgang vorgelagerter Bereiche den inflationären Gesamteffekt teilweise.

Die Ergebnisse bestätigen theoretische Modelle zu Nachfrageketten-Amplifikationen in Produktionsnetzwerken.

Schutzschild ohne Schutzwirkung

Die Arbeit entlarvt Importzölle als wirkungsloses Schutzinstrument für die heimische Industrie.

Stattdessen offenbaren sie die blinden Flecken einfacher Handelspolitik in vernetzten Volkswirtschaften.

Für die globale Wirtschaftspolitik ist dies ein mahnendes empirisches Signal.

Quelle: Import tariff transmission in a production network

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