Digitaler Euro ergänzt Bargeld und schützt Privatsphäre
ECB Press

Digitaler Euro ergänzt Bargeld und schützt Privatsphäre

Der digitale Euro wird das Bargeld ergänzen und nicht ersetzen. In einem Brief an den EU-Abgeordneten Gerald Hauser betont EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass die geplante digitale Währung höchste Datenschutzstandards bietet und Bargeld als Zahlungsmittel erhalten bleibt.

Bargeld bleibt, digitaler Euro kommt

Die Europäische Zentralbank bekräftigt ihre Doppelstrategie aus physischem Geld und digitaler Innovation.

Wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde in einer Antwort an das EU-Parlament ausführt, soll der digitale Euro eine digitale Version des Bargelds darstellen und den Bürgerinnen und Bürgern eine zusätzliche Wahlmöglichkeit bieten.

Das physische Bargeld bleibt als Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel vollständig erhalten und wird derzeit sogar neu gestaltet.

Derzeit läuft bis zum 21. September 2026 eine öffentliche Befragung zu den neuen Entwürfen der Euro-Banknoten.

Parallel verhandeln die EU-Gesetzgeber über die Verordnung zum gesetzlichen Zahlungsmittel, um die Verfügbarkeit von Bargeld im gesamten Euroraum rechtlich abzusichern.

Anonymität bei Offline-Zahlungen

Besonderes Augenmerk legt die Notenbank auf den Schutz der Privatsphäre.

Bei Offline-Zahlungen sollen Transaktionsdaten ausschließlich Zahlenden und Empfängern bekannt sein – weder Finanzdienstleister noch das Eurosystem erhalten Einblick.

Bei Online-Transaktionen greifen Dienstleister nur zur Bekämpfung von Geldwäsche auf Identitätsdaten zu.

Das Eurosystem verarbeitet Daten ausschließlich verschlüsselt sowie pseudonymisiert und kann einzelne Nutzer nicht identifizieren.

Eine kommerzielle Verwertung persönlicher Daten bleibt ohne ausdrückliche Einwilligung konsequent untersagt.

Vertrauen entsteht durch Taten

Die Beteuerungen der EZB zum Erhalt des Bargelds sind politisch notwendig, beseitigen Vorbehalte in der Bevölkerung aber nicht.

Technische Garantien zur Pseudonymisierung helfen kaum, solange der finale EU-Rechtsrahmen fehlt.

Der Erfolg des digitalen Euro steht und fällt letztlich mit dem Vertrauen der Bürger in die Datensicherheit.