79 Prozent der Firmen erwarten Kostenanstieg durch Nahost-Konflikt
ECB Studie

79 Prozent der Firmen erwarten Kostenanstieg durch Nahost-Konflikt

Laut der EZB-Unternehmensbefragung für das zweite Quartal 2026 belasten die Folgen des Nahost-Konflikts vor allem kleine und mittlere Betriebe sowie den Handel. Während 79 Prozent der Firmen mit steigenden Vorleistungskosten rechnen, dämpft die Krise Umsatzerwartungen und Gewinne.

Kosten steigen, reale Ertragskraft leidet

Die SAFE-Umfrage der Europäischen Zentralbank für das zweite Quartal 2026 belegt spürbare Belastungen durch den Nahost-Konflikt.

Vor allem nominale Variablen ziehen an: Netto 79 Prozent der Unternehmen im Euroraum erwarten in den nächsten zwölf Monaten höhere Vorleistungskosten.

Zudem rechnen 58 Prozent mit steigenden Verkaufspreisen und 43 Prozent mit höheren Löhnen.

Die Ertragskraft gerät dadurch unter Druck: Netto 40 Prozent der Betriebe prognostizieren sinkende Gewinne, 14 Prozent eine geringere Nachfrage.

Besonders betroffen sind kleinere Betriebe: 35 Prozent der KMU melden eine hohe Exposition mit über sieben von zehn Punkten, verglichen mit 28 Prozent bei Großunternehmen.

Den höchsten Betroffenheitsgrad verzeichnen der Handelssektor und Exporteure.

Lieferantensuche statt Marktrückzug

Rund zwei Drittel der Unternehmen reagieren aktiv auf die geopolitischen Spannungen.

Dabei suchen 36 Prozent nach alternativen Zulieferern für Vorleistungen und Rohstoffe – bei stark betroffenen Firmen liegt dieser Anteil sogar bei 44 Prozent.

Zudem beschleunigen 31 Prozent ihre Investitionen in Energieeffizienz sowie erneuerbare Energien, während 29 Prozent alternative Energiequellen erschließen.

Einen Rückzug aus betroffenen Exportmärkten plant hingegen kaum ein Betrieb.

Bemerkenswert ist, dass auch gering exponierte Firmen vorsorglich Maßnahmen ergreifen.

Anpassung schlägt Panik

Die Daten entlarven den Konflikt primär als hartnäckigen Kostentreiber, der die Teuerung im Euroraum über Zweitrundeneffekte anheizt.

Dass Betriebe ihre Lieferketten umbauen, beweist Resilienz, bindet aber Kapital zulasten echter Expansion.

Für die Geldpolitik bedeutet dieser angebotsseitige Druck ein anhaltendes Stagflationsrisiko.

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