Frauenanteil im Topmanagement steigt auf 41,8 Prozent
EZB-Direktor Philip R. Lane hat auf einer Konferenz in Dublin die Diversitätsstrategie der Notenbank vorgestellt. Seit 2010 stieg der Frauenanteil im Topmanagement um 32 Prozentpunkte auf 41,8 Prozent, während in allen Gehaltsgruppen die Schwelle von 33 Prozent erreicht wurde.
Zuwachs im Führungskader
In seiner Präsentation betonte Philip R. Lane die Fortschritte der Europäischen Zentralbank seit dem Beschluss der ersten Diversitätsstrategie.
Lag der Frauenanteil im Senior Management Ende 2010 noch bei 9,8 Prozent, kletterte er bis August 2026 auf 41,8 Prozent.
Im gesamten Managementbereich liegt der Anteil nun bei 34,1 Prozent nach 14,4 Prozent im Jahr 2010.
Bei den Teamleitungen stieg die Quote von 22,1 auf 36,8 Prozent.
Damit liegt der Frauenanteil in sämtlichen Gehaltsclustern über der Mindestschwelle von 33 Prozent.
Bei den Analysten beträgt er 53,5 Prozent.
Die EZB setzt auf Gender-Scorecards, transparente KPIs und gezielte Talentförderung.
Bewerbungslücke statt Beförderungshürde
Lane stützte sich auf eine empirische Studie von Hospido, Laeven und Lamo, die Karrieredaten von 1.082 EZB-Beschäftigten auswertete.
Während vor 2011 eine signifikante Beförderungslücke bestand, schloss sich diese nach der Diversitätserklärung von 2010 vollständig.
Das verbleibende Ungleichgewicht resultiert vor allem aus dem Bewerbungsverhalten: Frauen bewerben sich seltener auf Spitzenpositionen, insbesondere wenn Betreuungspflichten anfallen.
Systemweit haben sich 29 europäische Institutionen der gemeinsamen ESCB-Diversitätscharta angeschlossen.
Der Flaschenhals hat sich verschoben
Die EZB zeigt, dass verbindliche Zielvorgaben strukturelle Hürden messbar abbauen.
Der verbleibende Engpass liegt jedoch nicht mehr in den Gremien, sondern bei den realen Bewerbungsanreizen.
Solange Betreuungspflichten ungleich verteilt bleiben, greifen reine Quoten am oberen Ende der Pyramide zu kurz.