Cipollone plant Pilot für digitalen Euro ab 2027
Piero Cipollone, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), kündigt einen Pilotbetrieb des digitalen Euro für 2027 an. Das Interview führte Roberto Sommella am 21. Oktober 2026 für Milano Finanza; es erschien am 24. Oktober.
Europäische Alternative für digitale Zahlungen
Der digitale Euro soll Bargeld ergänzen und Europas Abhängigkeit von außereuropäischen Zahlungsanbietern verringern.
Italiens Onlinezahlungsanteil stieg von 6 Prozent 2019 auf 24 Prozent 2024; zwei Drittel der Kartenzahlungen im Onlinehandel laufen über außereuropäische Systeme.
Kleine Händler zahlen bis zu viermal höhere Gebühren als große; gesetzliche Kostenobergrenzen sollen entlasten.
Am Pilot mit realen Zahlungen von Zentralbankbeschäftigten wirken 36 Marktakteure mit, darunter sieben italienische.
Bei Verabschiedung der Verordnung 2026 ist ein Start 2029 möglich.
Erst nach Abschluss der Gesetzgebung entscheidet der EZB-Rat über die Ausgabe.
Haltegrenzen sollen Banken schützen; Zahlungen bleiben unbegrenzt, Mehrbeträge kommen automatisch vom verknüpften Girokonto.
Offline zahlen, Banken bleiben Ansprechpartner
Offlinezahlungen sollen bei Stromausfällen oder fehlendem Internet möglich sein; Transaktionsdaten bleiben zwischen Zahler und Empfänger.
Nutzer wählen zwischen Bank-Apps und einer barrierearmen Eurosystem-App.
Banken und zugelassene Vermittler betreuen Kunden; die EZB eröffnet keine Privatkonten.
Europäische Anbieter bauen die Infrastruktur.
Verschlüsselung, Datentrennung, Angriffstests und regional verteilte Systeme sollen sie sichern.
Mehr als 70 Anbieter erprobten Zusatzdienste, etwa digitale Belege und Zahlung bei Lieferung; ein zweiter Ideenaufruf läuft.
Ein Euro, weiterhin getrennte Märkte
Cipollone fordert einen gemeinsamen Kapitalmarkt, integrierte Banken und gemeinsame Infrastruktur, damit Ersparnisse stärker Europas Firmen finanzieren.
Pontes ermöglicht seit 21. September 2026 die Abwicklung von DLT-Geschäften in Zentralbankgeld.
Appia zielt ergänzend auf ein vollständig integriertes europäisches Finanzökosystem.
Quelle: Piero Cipollone: Interview with Milano Finanza
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