Private Equity treibt Lieferantenumsatz um acht Prozent
ECB Studie

Private Equity treibt Lieferantenumsatz um acht Prozent

Übernahmen durch Private Equity steigern den Umsatz von Zulieferern im Schnitt um acht Prozent, erhöhen in Krisen aber den Spardruck drastisch. Das zeigt eine EZB-Studie von Olivier De Jonghe und Cédric Huylebroek auf Basis belgischer Unternehmensdaten von 2002 bis 2021.

Acht Prozent mehr Umsatz nach der Übernahme

Zulieferer von Unternehmen, die durch Private Equity übernommen werden, verzeichnen spürbare Zuwächse.

Laut der Untersuchung von Olivier De Jonghe und Cédric Huylebroek steigen ihre Erlöse im Schnitt um rund 8 Prozent und die Beschäftigung um etwa 4 Prozent im Vergleich zu Kontrollgruppen.

Ursache ist primär die direkte Ausweitung der Nachfrage durch die Zielunternehmen, während Effekte wie Wissenstransfer oder Handelskredite kaum eine Rolle spielen.

Doch der Aufschwung ist fragil: Gerät die Gesamtwirtschaft in einen Abschwung, bricht der Vorteil ein.

Die Aufschläge der Zulieferer sinken dann um rund 8 Prozent, weil hoch verschuldete Buyout-Firmen rigorose Kostensenkungen und Vertragsnachverhandlungen erzwingen.

Verdrängung im Netzwerk und Zinshebel

Die Folgen reichen über direkte Geschäftsbeziehungen hinaus.

Binden expandierende PE-Ziele begrenzte Zulieferkapazitäten, geraten Konkurrenten ins Hintertreffen.

Steigt die gemeinsame Lieferantenbindung um eine Standardabweichung, sinken bei Rivalen die Beschäftigung um 1 Prozent, das EBITDA um 2 Prozent und die Margen um 1 Prozent.

Gleichzeitig verstärkt der Sektor die geldpolitische Transmission: Wegen hoher Verschuldung reagieren PE-Unternehmen sensibel auf Leitzinsänderungen und wälzen straffere Finanzierungsbedingungen umgehend auf Lieferketten ab.

Schön­wet­ter­part­ner mit Systemrisiko

Die Studie entlarvt Private-Equity-Investoren als riskante Schönwetterpartner für Zulieferer.

Gewinne werden im Boom abgeschöpft, während hoher Schuldendruck im Abschwung direkt auf abhängige Partner abgewälzt wird.

Aufsichtsbehörden müssen Buyouts daher endlich als systemisches Klumpenrisiko für Lieferketten einstufen.

Fehler melden